Spitalverband Limmattal kratzt an der 10-Prozent-Marke

Mit einer Ebitda-Marge von 9 Prozent zeigt das Spital in Schlieren, dass ökonomischer Erfolg trotz der bekannten Herausforderungen möglich ist.

, 21. März 2025 um 08:55
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Spital Limmattal in Schlieren  |  Bild: PD
Im vergangenen Jahr gewöhnte man sich an die Vorstellung, dass die magische Grenze kaum mehr zu erreichen ist: Ein Schweizer Spital benötigt eine Ebitda-Marge 10 Prozent, um sich nachhaltig zu finanzieren – so die bekannte These. Im Jahr 2023 lag der Durchschnitt aber bei bloss 3,1 Prozent, und lediglich ein gutes Dutzend Häuser schaffte es in den grünen Bereich.
Tendenziell hat sich die Lage inzwischen etwas gebessert – so das Bild der bisher veröffentlichten Jahresabschlüsse fürs Jahr 2024. Und nun meldet das erste Spital eine Ebitda-Marge von 9 Prozent, immerhin: Der Spitalverband Limmattal erreichte damit am Ende einen Reingewinn von 0,6 Millionen Franken. Die rund 1’600 Angestellten erhalten einen Bonus. Ohne diese Ausschüttung hätte der Gewinn 1,1 Millionen Franken erreicht (und die Ebitda-Marge bei 9,2 Prozent).
Die Spitalleitung erklärt die Gewinnsituation mit «kontinuierlichen Betriebsoptimierungen und der konsequenten Ausrichtung auf die anstehenden Herausforderungen» sowie mit dem Modell der «Integrierten Versorgung im Limmattal».

Refinanzierung gesichert

Zum Spitalverband gehört das Akutspital in Schlieren mit 188 Betten, ein Pflegezentrum mit 126 Betten sowie der Rettungsdienst. Damit konnte der Gesamtumsatz im letzten Jahr um gut 15 Millionen auf 241 Millionen Franken gesteigert werden. Im Akutspital stiegen die stationären Fallzahlen um ein Prozent und die ambulanten Patientenkontakte um gut 9 Prozent.
Wichtig ist dabei auch, dass der Spitalverband Limmattal die Refinanzierung des im Mai 2025 auslaufenden Bonds von 120 Millionen Franken bereits Ende September wieder sichern konnte.
Die Organisation ist schon seit Jahren ökonomisch überdurchschnittlich aufgestellt. Die Ebitda-Marge des «Limmi» hatte 2021 und 2022 über zehn Prozent betragen, im Jahr 2023 waren es 7,3 Prozent gewesen.


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