Seniorinnen und Senioren benötigen mehr ärztliche Leistungen und Pflege. Der 40-jährige Walliser FDP-Nationalrat Philippe Nantermod fordert deshalb, dass sie auch höhere Krankenkassenprämien zahlen sollen.
Der neue Krankenkassenverband Prio.Swiss hält allerdings gar nichts von diesem Vorschlag. «Die obligatorische Krankenpflegeversicherung basiert auf der Solidarität zwischen gesunden und kranken Menschen sowie derjenigen zwischen den Generationen», schreibt der Sprecher des neuen Verbands, Dirk Meisel, auf eine entsprechende Frage von Medinside.
Kostenursache: Alter
«Wenn das Alter isoliert als Kriterium für die Höhe der zu bezahlenden Prämien herangezogen wird, verlassen wir damit den Boden dieses Grundprinzips der solidarischen Versicherung hin in Richtung eines Verursacherprinzips – wobei man nur die eine Kostenursache Alter als notabene nicht selbst gewähltes Gesundheitsrisiko herausgreift. Das auf Solidarität basierende Krankenversicherungs-System würde dabei ausgehöhlt.»
Dieser Schritt berge die Gefahr einer übermässigen und ungerechten Mehrbelastung der älteren Bevölkerungsgruppen.
Verschiebung zu Lasten der Senioren
Ausserdem verkompliziere der vorgeschlagene Ansatz das System unnötig – und hätte nach Ansicht von Prio-Swiss trotzdem «keinerlei Auswirkungen auf die Kosten». Er würde lediglich eine Lastenverschiebung bewirken, die zu Lasten der älteren Menschen gehe.
Dirk Meisel schreibt weiter: «Massnahmen sollten das Problem der steigenden Prämien an der Wurzel packen, indem sie Einsparungen bei den Gesundheitskosten ermöglichen und falsche Anreize beseitigen.»
Die im November 2024 beschlossene Einheitliche Finanzierung von stationären, ambulanten und Pflegeleistungen (Efas) war aus Sicht von Prio.Swiss ein wichtiger Schritt, ebenso die im Dezember 2024 verabschiedeten Mengenrabatte für umsatzstarke Medikamente. Nun müssten eine nachhaltige Spitalplanung und Spitalfinanzierung sowie sachgerechte Tarifstrukturen auch in der Pflege folgen.