Nach Honorarkürzung: Spital Einsiedeln gewinnt Schwyzer Belegärzte

Das Spital Schwyz hat die Honorare gesenkt und seine Belegärzte verärgert. Diese operieren nun zum Teil auch in Einsiedeln.

, 27. Februar 2026 um 10:33
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Absprung nach Einsiedeln (hier der Blick von der Schanze): Wegen den gesenkten Honoraren im Spital Schwyz operieren einige Belegärzte nun auch in der Ameos-Klinik. | PD
Mitte Februar kündete das Spital Schwyz eine üppige Lohnerhöhung für seine Angestellten an: Vorgesehen sind 1000 Franken mehr pro Jahr bei einem Vollzeitpensum.
Nur kurze Zeit später brachte der «Bote der Urschweiz» ganz andere Informationen aus dem Spital: Die Direktion in Schwyz habe ihren Belegärztinnen und -ärzten neue Konditionen vorgelegt. «Diese reagieren verschnupft.»

Kürzung über zehn Prozent

Einer dieser Belegärzte, René Orler, gab Details bekannt: Der Orthopäde operiert seit 20 Jahren im Spital Schwyz – letzten Sommer habe die Spitaldirektion nun die Verträge gekündigt und ohne Verhandlungen eine Vereinbarung mit einer Honorarkürzung «im zweistelligen Prozentbereich» vorgelegt.
Spitaldirektorin Franziska Föllmi verteidigte das gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF: «Die bisherigen Verträge waren über viele Jahre unverändert in Kraft. Jetzt haben wir mit der Einführung des Tardoc und auch angesichts des Kostendrucks im Gesundheitswesen Anpassungen gemacht.»
Die neuen Verträge für die 21 Belegärzte hatten allerdings bereits für so viel Unruhe gesorgt, dass das Spital eine Mitteilung dazu veröffentlichte und sogar klarstellte: «Das medizinische Leistungsspektrum hat sich nicht verändert. Termine und Operationen finden unverändert und geplant statt.»
Alle 21 Belegärztinnen und Belegärzte würden weiterhin am Spital Schwyz arbeiten und hätten die neuen Vereinbarungen unterzeichnet.

In Einsiedeln sind neue Ärztinnnen und Ärzte willkommen

Diese Klarstellung war nötig, weil sich zeigte, dass mehrere Belegärzte vom Spital Schwyz nun auch als Belegärzte im 25 Kilometer entfernten Spital Einsiedeln arbeiten. «Dort wurden wir auf einem roten Teppich empfangen», sagte Orler dem «Boten», «mit den gleichen Konditionen, wie wir sie früher am Spital Schwyz hatten.» Weiterhin sei er aber auch für das Spital Schwyz tätig.
Carsten Spira, Sprecher des Ameos-Spitals Einsiedeln, bestätigt es gegenüber Medinside: «Wir konnten bereits einige Belegärzte aus der Innenschwyz gewinnen.» Zu den Honorarkonditionen gibt das Spital keine Auskunft.
Spira betont aber, dass das Angebot für Belegärzte «sehr attraktiv» sei. «Unser Belegarztsystem bietet moderne Operationssäle, kundenorientierte Abläufe und umfassenden Service, von Berichterstellung über Radiologie und Labor bis hin zu Physiotherapie.»
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