Welche Fachgebiete machen glücklich? Dermatologie und Opthalmologie

Haut- und Augenärzte sind glücklicher als andere Fachärzte. Am unteren Ende der Skala stehen Nephrologen und Rheumatologen. Dies zeigt der neuste Lifestyle-Report der Branchenplattform «Medscape».

, 17. Januar 2017 um 15:23
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Wenn Sie glücklich sind und Ihnen dies auch bewusst ist, dann sind Sie vermutlich Dermatologe oder Dermatologin. 43 Prozent der Dermatologen antworten auf die Frage, ob sie bei der Arbeit glücklich oder sehr glücklich seien, mit einem Ja und haben damit den höchsten Glückslevel aller Ärzte. Bei den Ophtalmologen liegt der Anteil bei 42 Prozent, dicht gefolgt von den Allergologen mit 41 Prozent. 
Dies besagt der neuste Lifestyle-Report der Medizinplattform «Medscape», an dem über 14'000 Ärzte aus über 30 Spezialgebieten teilnahmen. 
Die Mediziner wurden nicht nur befragt, wie glücklich sie im Beruf sind, sondern auch im Privatleben. Dabei schöpfen sie durchwegs mehr Glück aus dem Privaten als aus dem Beruf. Geht es darum, welche Ärzte ausserhalb der Arbeit am glücklichsten sind, stehen die Urologen an der Spitze.

Männer sind glücklicher als Frauen

Am unteren Ende der Liste stehen Nephrologen und Rheumatologen. Sie sind sowohl im Beruf als auch privat am wenigsten glücklich. 
Untersucht wurde auch der Glücksfaktor nach Geschlecht: Danach sind 45 Prozent der Ärzte bei der Arbeit glücklich aber nur 39 Prozent der Ärztinnen. Ausserhalb der Arbeit sind 69 Prozent der Ärzte glücklich und 67 Prozent der Ärztinnen.

Die Rangliste 

Erste Zahl: Glücklich bei der Arbeit / zweite Zahl: Glücklich ausserhalb der Arbeit
Dermatologie: 43 / 74 ProzentOphtalmologie: 42 / 74 ProzentAllergologie und Immunologie: 41 / 74 ProzentOrthopädie: 37 / 71 ProzentPsychiatrie und Psychotherapie: 37 / 66 ProzentPneumologie: 37 / 65 ProzentPädiatrie: 36 / 70 ProzentOnkologie: 36 / 66 ProzentPathologie: 36 / 66 ProzentGastroenterologie: 35 / 71 ProzentChirurgie: 35 / 69 ProzentOtolaryngologie: 34 / 69 ProzentNeurologie: 34 / 65 ProzentAnästhesiologie: 33 / 69 ProzentRadiologie: 33 / 69 ProzentGynäkologie: 32 / 69 ProzentPlastische Chirurgie: 32 / 67 ProzentUrologie: 31 / 76 ProzentDiabetes und Endokrinologie: 31 / 69 ProzentInfektiologie: 31 / 68 ProzentKardiologie: 31 / 65 ProzentGrundversorgung: 29 / 70 ProzentNotfallmedizin: 28 / 71 ProzentInnere Medizin: 28 / 63 ProzentNephrologie: 24 / 62 ProzentRheumatologie: 24 / 61 Prozent

Notfallmediziner anfällig für Burnout

In der Medscape-Befragung wurden die Ärzte auch aufs Thema Burnout angesprochen. Danach gaben 55 Prozent der Ärztinnen und 46 Prozent der Ärzte an, an einem Burnout zu leiden. Die Zahlen sind ähnlich hoch wie im Vorjahr. 
Die Stagnation wird so gewertet, dass der Burnout-Level bei Medizinern den Plafond erreicht hat. In der ersten Erhebung im Jahr 2013 gaben 45 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer an, an einem Burnout zu leiden.
Am anfälligsten für ein Burnout sind Notfallmediziner (59 Prozent), Gynäkologen (56 Prozent), Allgemeinpraktiker, Internisten und Infektiologen (je 55 Prozent). Am wenigsten leiden Ophtalmologen, Allergologen, Immunologen und Psychiater an einem Burnout. 
Als Hauptursachen für Burnout werden die hohe Belastung durch administrative Aufgaben, die hohe Arbeitszeit und die Digitalisierung genannt sowie das Gefühl, in einem Hamsterrad zu drehen. 
Medscape Lifestyle Report 2017: «Race and Ethnicity, Bias and Burnout», 11. Januar 2017
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