Testen Sie Ihr Burnout-Risiko

Wie stark sind Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz von Burnout betroffen? Eine Studie, entwickelt vom führenden Stress- und Burnout-Forscher Roland von Känel, will das herausfinden. Nehmen Sie jetzt daran teil.

, 15. November 2016 um 07:47
image
  • studie
  • burnout
  • arbeitswelt
  • ärzte
Die Überstunden, der Erwartungsdruck, das hohe Engagement, der wirtschaftliche Druck, die wachsende Bürokratie, die drohenden Schadenersatzklagen: Dies sind nur einige von vielen Stressfaktoren, die bei Medizinern zu körperlicher und geistiger Erschöpfung führen können. 
Burnout ist unter Ärzten ein verbreitetes Phänomen. Wie aus einer aktuellen Studie der Mayo Clinic hervorgeht, sind Mediziner mindestens doppelt so häufig vom Ausbrennen betroffen als Personen anderer Berufsfelder. Eine ältere Studie aus Deutschland kam zu ähnlichen Ergebnissen. Der deutsche Ärztinnenbund hat deswegen für Mitglieder eine Burnout-Hotline eingeführt. 

Persönlicher Belastungsgrad messen

Wie sieht die Situation in der Schweiz aus? Hat das Burnout-Syndrom bei Ärztinnen und Ärzten tatsächlich schon fast epidemische Ausmasse angenommen, wie vermutet wird? Und wie steht es um Ihren persönlichen Belastungsgrad?
Helfen Sie sich und uns, diese Fragen zu beantworten und nehmen Sie an der Studie der Burnout Protector GmbH teil. Sie steht unter der Leitung des führenden Stress- und Burnout-Forschers Roland von Känel von der Klinik Barmelweid

Wissenschaftlich validierter Test

Der von ihm entwickelte und bewährte Burnout-Risikotest (BRIX) wurde eigens auf das Berufsfeld Ärzte angepasst. Er ist wissenschaftlich validiert, anonym, kostenlos und mit sofortigem Resultat online verfügbar. 
Sobald eine repräsentative Anzahl von Teilnehmern aus dem Gesundheitswesen mitgemacht hat, wird Roland von Känel die statistische Auswertung vornehmen. Die Ergebnisse werden auf Medinside publiziert.

Hier gehts zum Burnout-Risikotest für Ärztinnen und Ärzte


Studie: Nur 20 Prozent ohne Burnout-Risiko

Die ersten wissenschaftlichen Daten von über 11'000 Nutzern, welche anonym mit dem Online-Test Burnout Protector ihr Burnout-Risiko eingeschätzt haben, liegen vor und wurden in der Zeitschrift «BioPsychoSocial Medicine» veröffentlicht.
25 Prozent der Teilnehmer zeigten ein schweres Burnout, bei 55 Prozent lag ein leichtes bis mittelschweres Burnout vor. Nur gerade 20 Prozent haben kein nennenswertes Burnout-Risiko. «Damit ist die gesundheitsrelevante Burnoutbelastung in der Studienpopulation dreimal höher als in der arbeitenden Normalbevölkerung in der Schweiz und den USA», schreiben die Verfasser. Mit anderen Worten: Mit dem Test konnten die Arbeitnehmer erreicht werden, welche tatsächlich von Burnout betroffen sind.
Schlechter Schlaf, wahrgenommener Stress und negative Stimmung erklären über die Hälfte der Burnoutbelastung. Die Faktoren Alter, Geschlecht und Bildungsstand sind dagegen vernachlässigbar klein. Laut den Autoren liefern die Daten wichtige Ansatzpunkte für die Prävention des Ausbrennens. 
Roland von Känel, Marc van Nuffel, Walther Johann Fuchs: «Risk assessment for job burnout with a mobile health web application: A proof of concept study» - in: «BioPsychoSocial Medicine», November 2016
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Medizinstudierende wählen nach Fachattraktivität

Nicht Geld oder Lifestyle entscheiden – sondern die Faszination fürs Fach: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Medizinstudierende ihre Berufswahl vor allem nach der Attraktivität des Fachgebiets treffen.

image

Arztstellen bleiben zwei Monate unbesetzt

Mit einem neuen Tool zeigt das Obsan, wie sich die Ärzteschaft im Land entwickelt: mehr Patientenkontakt, mehr offene Stellen – und über 30 Prozent der Grundversorgerpraxen mit Patienten-Stopp.

image

Spitäler halbieren Verlust – aber zwei Drittel bleiben im Minus

2024 reduzierten die Schweizer Spitäler ihren Verlust – nach 777 Millionen Franken im Vorjahr waren es nun 347 Millionen. Aber immer noch schreiben fast zwei Drittel der öffentlichen Kliniken rote Zahlen. Die Zahl der Ärzte stieg stärker als jene des Pflegepersonals.

image

Zürich: Verbände fordern Lohn-«Nachholrunde»

Die vier kantonalen Spitäler sollen ihren Rückstand mit dem Teuerungsausgleich 2026 wettmachen. Gefordert sind Lohnerhöhungen zwischen 1,8 und 2,4 Prozent.

image

So können Ärzte und Ärztinnen Medical Gaslighting verhindern

Medizinische Fachkräfte sollten sich immer wieder fragen: Nehme ich meine Patientinnen genug ernst? Sonst droht Medical Gaslighting.

image

Löhne: Gesundheitsbranche erwartet für 2026 nur ein kleines Plus

Die UBS prognostiziert einen durchschnittlichen Lohnanstieg von 1 Prozent. Damit dürfte das Gesundheitswesen im Mittelfeld liegen – nach einem ebenfalls verhaltenen Jahr 2025.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.