Löhne: Gesundheitsbranche erwartet für 2026 nur ein kleines Plus

Die UBS prognostiziert einen durchschnittlichen Lohnanstieg von 1 Prozent. Damit dürfte das Gesundheitswesen im Mittelfeld liegen – nach einem ebenfalls verhaltenen Jahr 2025.

, 5. November 2025 um 12:30
image
Bild: insung yoon / Unsplash
Die Lohnerhöhungen in der Schweiz dürften nächstes Jahr bescheiden ausfallen: Die Lohnumfrage der UBS deutet an, dass der nominale Anstieg insgesamt 1 Prozent betragen wird. Zum Vergleich: In diesem Jahr stiegen die Löhne um 1,4 Prozent.
Die Gesundheitsbranche dürfte dabei im Durchschnitt liegen. Denn auch für den Bereich Gesundheits- und Sozialwesen prognostiziert die UBS für 2026 einen Zuwachs um 1,0 Prozent; dies nachdem sich die Branche in diesem Jahr mit einem Plus von ebenfalls 1,0 Prozent unterdurchschnittlich entwickelt hatte.
Im öffentlichen Sektor (der auch viele Gesundheits-Fachleute beschäftigt) lautet die Prognose für 2026 ebenfalls +1,0 Prozent (nach 1,5 Prozent im 2025).
Die UBS erarbeitet seit 1989 jährlich eine Lohnumfrage. An der diesjährigen Befragung nahmen 388 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus 22 Branchen teil.
Insgesamt dürften die Unterschiede zwischen den Branchen gering ausfallen: In drei Viertel der Branchen wird 2026 mit einem durchschnittlichen Lohnanstieg von 1 Prozent gerechnet. Positiv ragt der Sektor Informatik und Telekom heraus, wo ein Zuwachs von 1,7 Prozent vorausgesagt wird (nach +2,0 Prozent im 2025).
Die Andeutungen der UBS ergänzen sich mit dem ersten Signal aus der Gesundheitsbranche: Die kantonalen Aargauer Gesundheitsbetriebe KSA, KSB und PDAG meldeten am Dienstag, dass ihre Lohnsumme nächstes Jahr um 1,2 Prozent erhöht wird.
Im Hintergrund steht auch eine tiefere Inflation. Zum Zeitpunkt der letzten Lohnrunde lag sie bei 1,1 Prozent, im laufenden Jahr dürfte der Wert noch 0,2 Prozent betragen und für nächstes Jahr erwartet die UBS eine Teuerung von 0,5 Prozent.
  • arbeitswelt
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Zürich: Verbände fordern Lohn-«Nachholrunde»

Die vier kantonalen Spitäler sollen ihren Rückstand mit dem Teuerungsausgleich 2026 wettmachen. Gefordert sind Lohnerhöhungen zwischen 1,8 und 2,4 Prozent.

image

So können Ärzte und Ärztinnen Medical Gaslighting verhindern

Medizinische Fachkräfte sollten sich immer wieder fragen: Nehme ich meine Patientinnen genug ernst? Sonst droht Medical Gaslighting.

image

Der Mangel an selbständigen Ärzten wird sich nicht bessern

Eine Befragung – auch von Medizinstudenten – zeigt, dass ein unnötiger Flaschenhals bei der Organisation der Praktikumsplätze besteht.

image

Temporärarbeit in der Pflege: (K)ein Problem!

«Zu teuer, zu flexibel, zu problematisch?» Die Kritik an Temporärarbeit reisst nicht ab. Doch David Paulou, Direktor der grössten Schweizer Personalberatung im Gesundheitswesen, hält dagegen – mit Fakten, die das gängige Bild infrage stellen.

image

«Nulltoleranz» gegenüber Aggressionen am Spital Wallis

68 Prozent mehr Fälle von asozialem Verhalten in zwei Jahren – Eine neue Richtlinie und eine Sensibilisierungskampagne sollen künftig das Personal vor Übergriffen durch Patienten und Angehörige schützen.

image

In Dänemark können Ärzte Behandlungsfehler ohne Angst zugeben

Weil hohe Kosten drohen, schweigen Ärzte und Spitäler oft zu Behandlungsfehlern. Es ginge auch anders.

Vom gleichen Autor

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

image

Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.

image

Pflegeinitiative: Widerstand im Parlament – SBK empört

Die Gesundheitskommission des Nationalrats tritt bei der Umsetzung der Pflegeinitiative auf die Bremse. Höchstarbeitszeit, Normalarbeitszeit und Lohnzuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sollen weitgehend unverändert bleiben