Swiss Medical Network spürt die Tarmed-Senkungen

Umsatz und Gewinn sanken im ersten Halbjahr. Derzeit verhandelt die Klinikgruppe um weitere Übernahmen in der Deutschschweiz und der Romandie.

, 14. September 2018 um 04:00
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Die Klinikgruppe Swiss Medical Network setzte im ersten Halbjahr dieses Jahres 283 Millionen Franken um – im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 302 Millionen gewesen. Der Nettoumsatz (ohne Arzthonorare) sank um 6,1 Prozent auf 245 Millionen Franken. Auch der Ebitdar sank (um 22,4 Prozent auf 42.2 Millionen) – und folglich reduzierte sich die Ebitdar-Marge von 20,9 auf 17.2 Prozent. 
Warum? Das Mutterhaus Aevis Victoria erklärt die tieferen Zahlen vor allem mit den reduzierten Tarmed-Sätzen seit Anfang 2018. Hinzu kam eine einmalige Abschreibung wegen eines Bundesgerichts-Urteils, das eine rückwirkende Tarmed-Reduktion für 2014 bis 2017 erforderte. Und schliesslich lähmten Bauarbeiten in den Spitälern in Rothrist, Genf und Sion gewisse Aktivitäten. 

Kostensenkungs-Programm

Swiss Medical Network startete im September 2017 ein Kostensenkungsprogramm, das die Betriebskosten um rund 15 Millionen Franken vermindern soll. Es soll sich ab dem zweiten Halbjahr positiv auf die Ergebnisse auswirken.
Verkauft hat Swiss Medical Network ihre 1.6-prozentige Beteiligung an der BioTelemetry, Inc. in den USA. Die Beteiligung wurde im Rahmen des öffentlichen Übernahme- und Umtauschangebots für die LifeWatch AG erworben. Die Transaktion führte zu einem Finanzgewinn von 6,6 Millionen Franken. 

Plus 30 Millionen Umsatz

Wie bereits gemeldet, wuchs Swiss Medical Network an anderer Setelle: Ende Juni übernahm es Medgate. Damit wird die Privatklinikgruppe zum Betreiber von zwei Gesundheitszentren in Solothurn und Zürich. Soeben gab Swiss Medical Network zudem die Übernahme des chirurgischen Spitals der Siloah AG bekannt: Das Netzwerk erweitert so seine Tätigkeit und Präsenz in einen zusätzlichen Kanton, und zwar um 45 Betten und 38 Belegärzte.
Diese beiden Akquisitionen werden zu einem zusätzlichen Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Franken führen. Weitere interessante Akquisitionsmöglichkeiten würden sowohl im deutsch- als auch im französischsprachigen Teil der Schweiz verhandelt.
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