Corona: 25 Prozent von Medizinpersonal mit klinisch relevanten Angstsymptomen

Wie gross die psychischen Auswirkungen auf das Personal ist, hängt speziell auch vom Verhalten des Arbeitgebers ab.

, 11. Mai 2020 um 12:33
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Das Coronavirus belastet das Gesundheitspersonal. Dies zeigt eine schweizweit bei der Ärzteschaft und beim Pflegepersonal durchgeführte Studie. An der Online-Studie hatten Ende März und Anfang April 857 Ärztinnen und Ärzten sowie 553 Pflegefachpersonen teilgenommen. Nun liegen die Resultate vor.
Die von Forscherinnen und Forschern des Unispital Zürich und des Spital Zollikerberg erstellte Studie zeigt nicht nur, dass 14 Prozent der Pflegefachkräfte positiv auf das Virus getestet wurde oder zum Befragungszeitpunkt die typischen Symptome aufwiesen. Die Resultate machen auch die psychischen Folgen deutlich: Die Werte bei Angststörungen, Depressionen und Burnoutanzeichen waren allesamt erhöht.

Support der Arbeitgeber wichtiger Faktor

26 Prozent der Befragten wiesen klinisch relevante Angstsymptome auf - und 21 Prozent klinisch relevante Depressionssymptome. Die Autorinnen und Autoren schreiben, dass die teilnehmenden «Frauen ein höheres Symptomniveau von Angst und Depressionen aufwiesen als die Männer, jedoch ähnliche Burnout-Symptome hatten wie die Männer.» Zudem:  Pflegefachpersonen mit Kontakt zu Covid-19-Patienten hätten mehr Angst-, Depressions- und Burnoutsymptome gezeigt als Ärzte und nicht exponierte Pflegefachpersonen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen seien aber gering. 

Arbeitgeber in der Pflicht

Eine der Kernerkenntnisse der Studie: Weniger entscheidend als der Kontakt zu Covid-19-Patienten war die Tatsache, wie gut die Unterstützung durch den Arbeitgeber war. Hier erkannten die Autoren eine klare Korrelation. Die Autorinnen und Autoren empfehlen deshalb den Arbeitgeber, während der Krise spezielle Programme und Massnahmen einzuführen, mit denen sie das Personal während der Coronakrise zusätzlich unterstützen können.
Viele Arbeitgeber scheinen aber grundsätzlich auf einem guten Weg. Die Befragten bewerten das Krisenverhalten ihrer Arbeitgebern mit 5 bis 6 Punkten (auf einer auf  Skala von 7). Gefragt wurde dabei etwa nach dem Vorhandensein von Medizinalprodukten, der Untersützung durch die Arbeitgeber und die interne Informationspolitik. Das Resultat deckt sich mit den Ergebnissen einer Medinside-Umfrage zum Thema.

Hohe Arbeitsbelastung

Gut möglich, dass die Folgen der Krisen ansonsten noch stärker ausfallen würde. Klar ist, dass die Arbeitsbelastung für viele durch Corona stark angestiegen ist: 41 Prozent gaben an, seit dem Ausbruch der Coronapandemie mehr zu arbeiten als zuvor.

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