Die Fallpauschalen für die Schweizer Spitäler werden in langjährigen Prozessen und mit komplizierte mathematische Berechnungen erstellt. Und dann kommt plötzlich etwas Unerwartetes wie die Corona-Pandemie. Diese stellte für das DRG-System denn auch eine grosse Herausforderung dar. Schliesslich galt es, mit dem Tarifsystem rasch auf die neuen Behandlungen zu reagieren.
Für Werner Kübler vom Universitätsspital Basel hat das SwissDRG -Tarifsystem den Stresstest bestanden. Grundsätzlich sei das Tarifsystem adaptionsfähig. Eine «brauchbare Tarifierung» der Covid-19-Behandlungen habe noch während des Jahres entwickelt und implementiert werden können, sagte der Spitaldirektor diese Woche am DRG-Forum Schweiz Deutschland
Rasch gehandelt
Die SwissDRG AG reagiert, kurz nachdem die Pandemie die Schweiz erreicht hatte, so Kübler. Ein Blick in die
Publikationen der SwissDRG AG zeigt dazu folgende Eckdaten:
- Ab dem 13. März 2020 konnten Behandlungen von Covid-19-Patientinnen und -patienten über den bereits in der Schweizerische Operationsklassifikation (CHOP) vorhandenen Code für «Komplexbehandlungen bei Besiedlung oder Infektion mit multiresistenten Erregern» abgerechnet werden. Dies zumindest dann, wenn die weiteren Mindestmerkmale dieses CHOP-Codes erfüllt sind.
- Und am 3. April wurden die Codierung-Bestimmungen dahingehend angepasst, dass auch Beatmungen abgerechnet werden können, die ausserhalb von Intensivstationen geschehen. Auch dies unter gewissen Bedingungen.
Für «das Gros der abgeltungsmässig mit Covid-19-Fällen verbundenen Dinge» habe man pragmatische tarifliche Lösungen gefunden, sagte Kübler. Es sei «nicht selbstverständlich, dass das gelungen» sei.
Weshalb fehlt den Spitälern trotzdem Geld?
Stehen diese Aussagen nicht im Widerspruch zu den Aussagen der Spitäler, dass sie aufgrund der Pandemie grosse finanzielle Einbussen erleiden? Das Ringen für Ertragsausfälle ist für Kübler vom USB eine politische Frage und keine des DRG. Aber ja: Man sei in den Spitälern nicht glücklich darüber, dass der Ball um die Abgeltungen zwischen Bund und Kantonen hin und her geworfen werde.