Pflege: Sparen beschäftigt mehr als Rekrutieren

Die Hauptsorge der Pflegeleitungen in der Schweiz ist nicht mehr der Personalmangel. Das «CNO-Barometer 2025» deutet an, dass die Chief Nurse Officers den Blick neu ausrichten.

, 16. November 2025 um 23:00
letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2025 um 08:12
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Was sind die drei Hauptprobleme für die Pflege-Leitung? So aus der Ferne würde man wohl antworten: Personalmangel, Personalmangel, Personalmangel. Und dies hatte das sogenannte «CNO-Barometer» zuletzt auch bestätigt: In der Umfrage der Beratungsfirma PwC nannten die befragten Chief Nursing Officers den Fachkräftemangel als grösste Herausforderung.
Das war 2023. Doch jetzt hat PwC eine neue Version des «CNO-Barometers» veröffentlicht. Und in der Ausgabe 2025 nach den grössten Herausforderungen steht der Fachkräftemangel plötzlich nicht mehr zuoberst auf der Sorgenliste. Am häufigsten genannt wird der Kostendruck – gefolgt vom Zwang zur Effizienz, von den Anforderungen der Digitalisierung, von den Absenzen, von der Personalplanung. Der Fachkräftemangel? Ist Herausforderung Nummer 6.
Was ist geschehen? Für die Studienautorinnen und -autoren von PwC zeichnet sich hier ab, dass der wirtschaftliche Druck auf die Pflegeleitungen in der Schweiz deutlich gestiegen ist. Deshalb sind die CNO gezwungen, noch intensiver nach Verbesserungen zu suchen. Die CNO des Jahres 2025 müssen die Effizienz steigern (die zweitwichtigste Herausforderung), was wiederum dazu führt, dass die Digitalisierung für sie an Bedeutung gewinnt (drittwichtigste Herausforderung).
Bei der Digitalisierung setzten die Befragten am meisten Hoffnung auf die Automatisierung der Dokumentation, etwa mittels Spracherkennung oder KI-gestützter Erfassung. Bedeutsam erscheint ihnen ferner eine digital unterstützte Planung der Termine, der Kapazitäten und der Behandlungen.
Aber zweifellos bleibt auch der Personalmangel ein bedeutsamer Punkt: Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer (55 Prozent) sehen hier immer noch eine grosse Herausforderung. «Das Management hat sich gewissermassen an diesen Dauerzustand gewöhnt», so eine Einschätzung der Studienautoren.
«Die Themen Effizienzsteigerung und Optimierungen des Kerngeschäfts sind präsenter denn je.» — Philip Sommer, Leiter Beratung Gesundheitswesen, PwC.
Dabei begegnen die Gesundheitseinrichtungen dem Pflegepersonalmangel am häufigsten mit dem Einsatz von Temporärpersonal: Gut zwei Drittel der Befragten erwähnten diese Lösung. Dies ist insofern bemerkenswert, als 2025 bekanntlich auch das Jahr war, in dem die Gesundheitsbetriebe verstärkt gegen Zeitarbeit vorgingen. Laut dem «CNO-Barometer» werden denn auch immer häufiger eigene flexible Ressourcen wie Pools aufgebaut.
In 64 Prozent der befragten Betriebe führt der Personalmangel zu einem Anstieg der Überstunden. Um diese Belastung (und die Fluktuation) in Grenzen zu halten, setzen knapp die Hälfte der Einrichtungen weniger qualifiziertes Personal ein (49 Prozent).
Für die Erhebung befragte PwC gemeinsam mit Swiss Nurse Leaders Führungspersonen der Pflege auf Stufe Geschäftsleitung. 95 CNO nahmen an der Befragung teil, davon 35 aus Akutspitälern und je rund 15 aus Rehakliniken, Psychiatrien, Spitex-Organisationen sowie Alters- und Pflegeeinrichtungen.

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