Nach Chirugie-Aus am Spital Zweisimmen: Chefchirurg geht

Die chirurgische Abteilung des Spitals Zweisimmen ist nun endgültig geschlossen, Chefarzt Daniel Trötschler verlässt die Spital STS AG.

, 2. Oktober 2025 um 05:37
image
Bild: zvg
Nach 16 Jahren am Spital Zweisimmen verlässt Daniel Trötschler, Chefarzt Chirurgie, die Spital STS AG, zu der auch das Spital Thun gehört.
«Aufgrund der Veränderungen am Spitalstandort mit der Schliessung der chirurgischen Abteilung wurde – auf Wunsch der Spital STS AG und im gegenseitigen Einvernehmen – vereinbart, den Arbeitsvertrag aufzulösen», heisst es.
Hinter dem Spital Zweisimmen liegen turbulente Jahre. Seit über einem Jahrzehnt wurde an verschiedenen Rettungsplänen gearbeitet, seit 2007 sind zahlreiche Projekte entworfen, aber nie umgesetzt worden; zeitweise stand das Spital gar vor dem Aus.
Verwaltungsratspräsident Thomas Straubhaar übernahm das Ruder – Medinside titelte damals «Wieder Wunderwaffe Straubhaar» – und im vergangenen April lag dann eine Lösung auf dem Tisch: Zweisimmen bleibt Spitalstandort.
Der Betrieb wird als Akutspital mit 24-Stunden-Notfall, einer interdisziplinären Bettenstation mit saisonal 12 bis 20 Betten sowie deutlich ausgebauter Notfallinfrastruktur weitergeführt. Für die Chirurgie bedeutete es das Aus, Eingriffe werden nun am Spital Thun durchgeführt.

Letzter Rettungsversuch

Ein letzter Versuch, die Chirurgie zu retten, ist im vergangenen Monat gescheitert. Mit grossem Mehr lehnte das Berner Kantonsparlament einen Vorstoss des SVP-Grossrats Nils Fiechter ab. Fiechter, Gemeindeverwalter in Oberwil im Simmental, befürchtet, dass das Ende der Operationen letztlich auch das Ende des Spitals bedeuten könnte.
Daniel Trötschler konnte bereits seit einiger Zeit wegen einer Erkrankung nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen. Neben seiner Rolle als Chefarzt war der 56-Jährige im Verlauf auch stellvertretender Spitalleiter und hatte Einsitz in der Geschäftsleitung der Spital STS AG.
  • sts ag
  • Spital Zweisimmen
  • Spital Thun
  • Chirurgie
  • personelles
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Spital Bülach: Neuer Leitender Arzt Orthopädie

Nach seinem einjährigen Fellowship am St. Michael’s Hospital in Toronto ist Sebastian Stoll ans Spital Bülach zurückgekehrt – und wird dort Leitender Arzt.

image

Millionen ERC-Grant für Basler Augenforscher

Bence György vom IOB in Basel erhält einen ERC-Grant über rund zwei Millionen Euro, um Gen-Editierungstherapien gegen Sehverlust weiterzuentwickeln.

image

Zwei neue Leitende Ärztinnen im Spital Nidwalden

Rebecca Berz und Lara Bersuch heissen die beiden neuen Führungsfrauen am Spital Nidwalden.

image

Schinznach: Neue Chefärztin für internistisch-onkologische Reha

Dzana Begovic übernimmt die Leitung der Internistisch-onkologischen Rehabilitation in der Reha Schinznach und wird gleichzeitig stellvertretende Direktorin Medizin.

image

PDAG: Neue Co-Leitung für die stationäre Alterspsychiatrie

Per Anfang Januar verstärkt Kristine Ewert die Klinik für Konsiliar-, Alters- und Neuropsychiatrie der Psychiatrischen Dienste Aargau als stellvertretende Klinikleiterin.

image

Pierre Hofer übergibt die Führung der Orthopädie St. Gallen

Pierre Hofer, Gründer und Inhaber der Orthopädie St. Gallen, beendet seine ärztliche Tätigkeit per Ende 2025. Die operative Führung übernimmt künftig das bestehende Leitungsteam.

Vom gleichen Autor

image

Patrick Bader wird Chefarzt am Kantonsspital Glarus

Ab Oktober 2026 übernimmt Patrick Bader die Leitung der Medizinischen Klinik und des Departements Medizin am Kantonsspital Glarus. Er folgt auf Thomas Brack, der nach über 20 Jahren am KSGL in den Ruhestand tritt.

image

Schweiz lockert Regeln für Blutspender

Ab Anfang Februar dürfen in der Schweiz wieder mehr Menschen Blut spenden – darunter Personen mit früheren Transfusionen, längeren Aufenthalten in Grossbritannien oder nach bestimmten medizinischen Eingriffen.

image

PDAG: Weniger Fremdpersonal, höhere Patientensicherheit

Seit einem Jahr können Mitarbeitende der Psychiatrischen Diensten Aargau ihre Dienste flexibel gestalten – die Kosten für externe Fachkräfte sinken seither, CIRS-Meldungen gehen zurück.