Medical Master St. Gallen: Uni Zürich verlängert die Partnerschaft

Damit bekommt die HSG mehr Zeit, um den Medizin-Studiengang neu aufzugleisen.

, 27. Januar 2025 um 02:53
image
Symbolbild: Dom Fou / Unsplash
Vor acht Jahren lancierten die Universität St.Gallen und die Universität Zürich eine gemeinsame Masterausbildung in Medizin, den Joint Medical Master. 2020 startete dann der erste Studiengang. Das Ziel: mehr angehende Ärzte aus der Ostschweiz sollen sich nach dem Studium auch dort niederlassen.
Im Herbst 2023 schlossen die ersten Studenten das Medizinstudium in St. Gallen ab. Doch dann sollte bereits wieder Schluss sein mit der Kooperation – meinte man. Denn im vergangenen Frühjahr gaben HSG und die Universität Zürich bekannt, dass sie die Kooperation im Juli 2026 auslaufen lassen.
Nun gibt es aber einen Lichtblick: Die Universität Zürich erklärt sich bereit, bis maximal 2030 als Partnerin zur Verfügung zu stehen. Dies erklärte die HSG gegenüber dem «Tagblatt» in St. Gallen.

Neue Sicherheit

Damit haben die Studienanfänger des laufenden Jahres die Sicherheit, ihr Studium nach den üblichen zwei Jahren 2027 abschliessen zu können. «Der Abschluss der Masterausbildung ist gewährleistet», schreibt die HSG – und die St. Galler Universität hat nun mehr Zeit, das Projekt allenfalls mit einer anderen Partner-Uni neu aufzugleisen.
«Der Koordinationsaufwand für eine gemeinsame Ausbildung ist sehr hoch und die Gestaltungsmöglichkeiten auf beiden Seiten sind einschränkt»: So erklärten HSG und UZH letztes Jahr den Abbruch der Übung. Deshalb habe man beschlossen, das Ausbildungskonzept neu auszurichten.
«Die Regierung des Kantons St.Gallen, die Universität St.Gallen und das Kantonsspital St.Gallen stehen in engem Austausch, um die Zukunft der Medizin-Ausbildung zu klären», schreibt die HSG jetzt dem «Tagblatt». Verschiedene Möglichkeiten würden geprüft.
Das St.Galler Medizinstudium wurde zweistufig aufgebaut. Zuerst absolvieren die Studierenden das Bachelor-Studium an der Universität Zürich. Anschliessend wechseln sie für das Master-Studium nach St.Gallen an die HSG. Der klinische Unterricht während des Masterstudiums findet in der Ostschweiz statt, unter anderem am KSSG als «universitärem Lehrspital».
  • An diesem zweistufigen Modell will die Universität St.Gallen auch in Zukunft festhalten. Die HSG werde in St.Gallen keinen eigenen Bachelor-Studiengang aufbauen, betonte Direktionsmitglied Sandro Stöckli letztes Jahr. «Die School of Medicine fokussiert auf ein eigenständiges Masterprogramm.»
  • Ob die finanziellen Ressourcen dafür ausreichen, ist zurzeit noch offen. Der aktuelle Beitrag des Kantons an den Medical Master beläuft sich für die Jahre 2023 bis 2026 auf rund 5,2 Millionen Franken pro Jahr.
  • Die ersten 24 Studierenden schlossen im Sommer 2023 den Medical Master ab. Ausgelegt wurde der Studiengang für 40 Studierende

  • studium
  • medizinstudium
  • HSG
  • UZH
  • aus- & weiterbildung
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Medizinstudierende wählen nach Fachattraktivität

Nicht Geld oder Lifestyle entscheiden – sondern die Faszination fürs Fach: Eine aktuelle Studie zeigt, dass Medizinstudierende ihre Berufswahl vor allem nach der Attraktivität des Fachgebiets treffen.

image

Pflege studieren – sicher und praxisnah im Safe Learning Space

Was tun, wenn Patient:innen laut und ausfällig werden? Aggressionen nehmen im Pflegealltag zu, doch der Umgang mit ihnen lässt sich trainieren. Im Bachelorstudium Pflege des ZHAW-Departements Gesundheit bereiten sich Studierende im Safe Learning Space auf herausfordernde Situationen vor.

image

Titelstau: SIWF halbiert Gebühren rückwirkend

Nach Interventionen aus mehreren Verbänden reagiert das SIWF mit einer temporären Halbierung der Gebühren. Für die Wartezeiten bei der Titelerteilung bedeutet das aber keine Entwarnung – im Gegenteil.

image

Freiburg weiht seinen neuen Innosanté-Hub ein

Die Hochschule für Gesundheit Freiburg setzt in Marly in einem neuen Raum auf ein Angebot, das Beratung und Ausbildung miteinander verbindet. Die Kosten für einen Gesundheitscheck betragen 15 Franken.

image

Physiotherapie: St. Gallen ermöglicht Ausländern schnelleren Berufseinstieg

Der Kanton erteilt unbürokratisch eine Überbrückungsbewilligung, wenn Fachpersonen mit ausländischem Abschluss in der Schweiz arbeiten wollen.

image

Reha-Gruppe startet Doktoratsprogramm

Die Kliniken Valens starten eine Kooperation mit der Universität in Liechtenstein: Ab sofort können ihre Fachleute berufsbegleitend zum «Dr. scient. med.» promovieren.

Vom gleichen Autor

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

image

Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.

image

Pflegeinitiative: Widerstand im Parlament – SBK empört

Die Gesundheitskommission des Nationalrats tritt bei der Umsetzung der Pflegeinitiative auf die Bremse. Höchstarbeitszeit, Normalarbeitszeit und Lohnzuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sollen weitgehend unverändert bleiben