Die Aussagen sind nicht besonders konkret, aber sie signalisieren doch eine gewisse Zuversicht. Laut einer Mitteilung des Versichererverbandes Prio.Swiss verlaufen die Verhandlungen über die Brustkrebs- und Darmkrebs-Screeningprogramme «konstruktiv und zielführend».
Swiss Cancer Screening, die Einkaufsgemeinschaften der Krankenversicherer und Prio.Swiss hätten eine «grundlegende Einigung über die Eckwerte der Tariffestlegung bei den Brustkrebsfrüherkennungsprogrammen» erreicht.
Hier – beim Brustkrebs-Screening – liegt eine Tarifpauschale vor, bei der die Leistungen der Radiologie-Institute «zeitgemäss und sachgerecht vergütet» würden.
Die vorliegende Pauschallösung geht nun bei den Tarifpartnern in Vernehmlassung. Dabei betonen Swiss Cancer Screening, Prio.Swiss und die Einkaufsgemeinschaften, «dass diese Tarifpreispauschale alle von den Tarifpartnern gemeinsam beschlossenen Anpassungen des Arzttarifs berücksichtigt, und dass sie dem medizinischen Anteil der Arbeiten der Organisationen gerecht wird, welche die Programme umsetzen.»
Die Frage ist nun, wie die Vertragsverhandlungen mit den Radiologie-Instituten verlaufen.
Bei der Darmkrebsvorsorge sind die Gespräche der Vertreter der Krankenversicherer und von Swiss Cancer derzeit in der zweiten Verhandlungsetappe. «Swiss Cancer Screening sowie die Einkaufsgemeinschaften der Krankenversicherer und prio.swiss sind zufrieden mit dem erreichten Zwischenstand und blicken den weiteren Gesprächen zuversichtlich entgegen», heisst es dazu.
Deutschland plant Brustkrebs-Screenings ab 45 Jahren
Die Altersgrenze für Brustkrebs-Früherkennungsprogramme soll in Deutschland von 50 auf 45 Jahre gesenkt werden. Das sieht ein Verordnungs-Entwurf des zuständigen Bundesumweltministeriums vor, der dem
«Deutschen Ärzteblatt» vorliegt.
Begründet wird der Schritt mit einem Bericht des Bundesamts für Strahlenschutz, laut dem Mammografie-Screenings auch für Frauen ab 45 Jahren mit mehr Nutzen als Risiken verbunden sind. Auch das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte sich für die Absenkung ausgesprochen.
Im Hintergrund steht, dass gewisse Tarifsenkungen, die das neue Tarif-System ab Januar 2026 bringen wird, die Früherkennungsprogramme für Brust- und Darmkrebs bedrohen: Denn die neuen Tarife decken die Kosten der entsprechenden Spezialisten ungenügend ab.
Die Krebsliga und Swiss Cancer Screening
fürchten nun, dass der langjährige Aufbau der Vorsorgeprogramme zunichte gemacht wird. Schon heute sei es in einzelnen Regionen schwierig, genügend Radiologie-Institute für die Umsetzung von Früherkennungsprogrammen zu finden.
Deshalb wurden nun neue Verhandlungen für Tarifanpassungen aufgenommen.