Integriertes Wachstum: Medbase steigerte Umsatz und Gewinn

Während sich die Migros von zahlreichen Geschäftsfelder trennt, bleibt die Gesundheit ein wichtiger Pfeiler. Ihre Tochter Medbase erzielte 2024 einen deutlich höheren Umsatz – auch dank Zur Rose.

, 25. März 2025 um 11:00
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Supermarkt neben Medical Center: Medbase-Standort in Vevey  |  Bild: PD
Die Migros stiess in den letzten Wochen reihenweise Geschäfte und Fachmarkt-Gruppen ab: Der Konsumgüter-Riese strebt zurück zu seinen Wurzeln und will sich wieder stark aufs Supermarkt-Geschäft konzentrieren.
Ein Bereich bleibt davon allerdings unberührt: Das Gesundheitswesen wird von den Migros-Managern weiter als Zukunftsfeld betrachtet. Zugleich werden die Migros-Gesundheitsangebote zunehmend unter einem einzigen Dach zusammengefasst, nämlich bei der Tochtergesellschaft Medbase. Diese soll zum führenden «Player» für integrierte Versorgung im Land werden.
Nun wurden die Zahlen zu 2024 bekannt: Im vergangenen Jahr erzielte Medbase einen Umsatz von 1,29 Milliarden Franken. Gegenüber 1,03 Milliarden Franken im Vorjahr bedeutete dies einen Zuwachs um 26 Prozent.

Plus Zur Rose, minus Misenso und Bestsmile

Eine Rolle spielte dabei allerdings die Integration der Psychotherapie- und Psychologiegruppe WePractice – sowie insbesondere die erstmalige Vollkonsolidierung der Zur-Rose-Gruppe; die Migros hatte den Online-Apotheken-Konzern im Jahr 2023 übernommen. Auf der anderen Seite entfielen Umsatzanteile durch den Verkauf von Misenso (Brillen) und die Schliessung von Bestsmile (Zahnkorrekturen).
Unter dem Strich war die Zahl der Medical-Center und der Apotheken-Geschäfte von Medbase im letzten Jahr leicht rückläufig. Das Umsatzwachstum des Unternehmens sei allerdings breit abgestützt und erfolgte in allen Geschäftsbereichen, teilt das Unternehmen mit. Organisch betrug das Wachstum 2,7 Prozent.
Am Ende lag der Ebitda von Medbase 68 Millionen Franken, was einem Zuwachs von 25 Prozent entspricht (also ähnlich wie beim Umsatz). Der operative Gewinn lag 2024 bei 35 Millionen Franken. «Alle Geschäftsfelder haben zu diesem positiven Ergebnis beigetragen», so die Migros-Tochter.

Mehr Telehealth

Heute ist Medbase an 188 Standorten in der deutschen und französischen Schweiz präsent und beschäftigt 4340 Personen; Ende 2023 hatten noch 4013 Angestellte für Medbase gearbeitet. Zum Vergleich: Die Hirslanden-Gruppe beschäftigt knapp 14'000 Personen und setzt rund 2 Milliarden Franken um; und Swiss Medical Network verbuchte letztes Jahr mit rund 5000 Mitarbeitern einen Bruttoumsatz von 812 Millionen Franken.
Der operative Fokus von Medbase habe 2024 «auf der Stärkung der engen interdisziplinären Zusammenarbeit und Verzahnung der physischen und digitalen Angebote» gelegen, kommentiert die Leitung um CEO Marcel Napierala den Rückblick: «Den weiteren Ausbau zur umfassend integrierten Gesundheitsversorgerin wird das Unternehmen auch 2025 fortsetzen.»
Ein wichtiger Schritt sei dabei der Ausbau des neuen Bereichs Telehealth.
Medbase: Jahresbericht 2024

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