Insel: Berner Grossrat will Epic-Kosten nicht separat untersuchen

Trotz Projektkosten von über 180 Millionen Franken verzichtet das Berner Parlament auf eine zusätzliche Untersuchung. Die Geschäftsprüfungskommission habe die Fragen bereits aufgenommen.

, 2. März 2026 um 16:09
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Bild: zvg
Der Berner Grosse Rat will keine weitere Untersuchung zu den Mehrkosten beim Klinikinformationssystem Epic der Insel Gruppe. Ein entsprechender Vorstoss wurde am Montag mit 93 zu 58 Stimmen bei einer Enthaltung abgelehnt. Die Geschäftsprüfungskommission habe die nötigen Abklärungen bereits eingeleitet, erklärte das Parlament laut der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA».
Die Postulanten hatten argumentiert, mit der geplanten flächendeckenden Einführung von Epic im Kanton entstehe faktisch eine Monopolsituation, die eine vertiefte Aufarbeitung der Kostenentwicklung erfordere. Die Kommission hielt dagegen, sie lege ihre Prüfschwerpunkte grundsätzlich selbst fest; zusätzliche Aufträge aus dem Parlament seien nur ausnahmsweise angezeigt.
In der Debatte warnten mehrere Ratsmitglieder vor einer Politisierung der Aufsichtstätigkeit. Solche Vorstösse könnten die Unabhängigkeit der Geschäftsprüfungskommission beeinträchtigen.
Die Insel Gruppe hatte Mitte Februar bekanntgegeben, dass sich die Gesamtkosten für das im März 2024 eingeführte System auf rund 182,5 Millionen Franken belaufen. Für Betrieb und Wartung bis 2032 sind weitere 45 Millionen vorgesehen. Als Gründe für die Mehrkosten nennt das Spital unter anderem zusätzliche Module, eine höhere Zahl von Nutzenden sowie die Einrechnung der Mehrwertsteuer.

  • Zürcher Politik verlangt volle Transparenz zu Epic-Kosten
Die IT-Systemkosten bei der Insel-Gruppe sorgen nun auch in Zürich für Unruhe: Dort fordern Volksvertreter fast aller Parteien neue Antworten zur Einführung von Epic bei USZ und Kispi.

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