Seit 2021 bietet das Spital Zollikerberg mit dem Hospital-at-Home-Programm «Visit» als erstes Schweizer Spital eine Alternative zum stationären Aufenthalt an. 2023 zog die Zürcher «Hospital at Home AG» nach. Inzwischen haben beide Anbieter insgesamt rund 750 Patientinnen und Patienten zu Hause behandelt, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben.
Gemäss ihren Auswertungen beträgt die durchschnittliche Behandlungsdauer fünf Tage und entspricht der eines Spitalaufenthalts. Die Patienten seien im gewohnten Umfeld mobiler, erholten sich schneller und erlitten seltener Komplikationen wie Infektionen, Stürze oder akute Verwirrtheitszustände, heisst es weiter. Über 95 Prozent der Patienten sowie deren Angehörige bewerten die Versorgung positiv.
Der Grossteil der Patienten wird nach einer Erstversorgung im Spitalnotfall aufgenommen. Zunehmend erfolgen Aufnahmen aber auch direkt über Arztpraxen oder Pflegeheime.
Quelle: Spital Zollikerberg/ Hospital at Home
Modell breitet sich aus
Das Modell gewinnt auch in anderen Kantonen an Bedeutung: Neben dem Kanton Zürich bieten das Réseau de l’Arc im Jurabogen, die Klinik Arlesheim und das Kantonsspital Baselland Hospital-at-Home-Programme an. Weitere Projekte sind am Kantonsspital Graubünden und am CHUV Lausanne in Planung.
Finanzierung
Die Finanzierung bleibt jedoch eine Herausforderung. Bisher unterstützen die Kantone Zürich und Baselland die jeweiligen Programm finanziell. Langfristig sei jedoch eine klare, sachgerechte Tarifregelung entscheidend, um das Modell nachhaltig zu sichern, sagt Severin Pöchtrager, Leitender Arzt von Hospital at Home. «Hospital at Home ist wie ein junges Bäumchen – wir müssen sorgfältig dafür sorgen, dass es wächst und zu einer tragfähigen Säule der Versorgung wird», betont er.