Generationenwechsel: Clienia sucht neuen CEO

Nach einem Vierteljahrhundert an der operativen Spitze gibt David J. Bosshard das CEO-Amt der Psychiatrie-Gruppe ab.

, 19. Februar 2026 um 09:26
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Strategische Co-Führung: David J. Bosshard, Michael Schumacher  |  Bild: PD
David J. Bosshard ist seit 1999 Direktor der Clienia Schlössli beziehungsweise seit 2015 CEO der damals neu gebildeten Clienia-Gruppe. Bald soll die nächste Phase folgen: Bosshard, 55, übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von Clienia – gemeinsam mit seinem Cousin Michael Schumacher, 55.
Dies bedeutet, dass Clienia eine Nachfolgelösung für die operative Führung sucht. Hinter der grössten privaten Psychiatriegruppe der Schweiz steht – seit der Gründung der Nervenheilanstallt Schlössli in Oetwil 1889 – die Familie Hinderer. Sie ist auch im Immobilienbereich tätig, ferner in der Entwicklung von KI-Anwendungen für das Gesundheitswesen.
David J. Bosshard will nun seine Dreifachrolle als Aktionär, Verwaltungsrat und CEO entflechten: Neben seiner Tätigkeit im Verwaltungsrat der Familienholding und bei Clienia wird er sich auch auf seine Mandate in den Vorständen von H+ und Ospita konzentrieren.

«Interessant und vielfältig»

Im Clienia-Verwaltungsrat verbleiben Adrian Ill, der heutige Verwaltungsratspräsident, als Vizepräsident; ferner Reto Heierli (Finanzen, Spitalmanagement) und Beatrice Beck Schimmer (Medizin, Pflege und Wissenschaft). Der vakante Sitz der bisherigen Verwaltungsrätin Ruth Metzler soll «durch eine Persönlichkeit mit guter gesundheitspolitischer Vernetzung ergänzt werden», teilt das Unternehmen mit.
Der Zeitplan sieht vor, dass die CEO-Stelle der Clienia AG Ende Februar ausgeschrieben wird. David J. Bosshard wird seine operativen Aufgaben dann voraussichtlich im Herbst oder Winter 2026 abgeben. Er und Michael Schumacher werden das Co-VR-Präsidium der Hinderer Familienholding spätestens an der Generalversammlung 2027 übernehmen.
Die Mitteilung von Clienia macht deutlich, dass die familiäre Basis des Unternehmens eher verstärkt als verringert werden soll. Sie erwähnt die nächste, sechste Generation, die sich momentan in der Ausbildung befindet: Deren Vertreterinnen und Vertreter würden «seit einigen Jahren mit Anlässen, Praktika und Weiterbildungskursen an die Gruppe herangeführt, sind teilweise bereits gut verankert und bestens vernetzt», heisst es. «Wer wann welche Rolle in der Gruppe übernehmen wird, ist hingegen noch völlig offen. Dank des starken Wachstums der ganzen Hinderer-Gruppe bleiben die Möglichkeiten interessant und vielfältig.»
Laut den jüngsten Zahlen erwirtschaftete die Psychiatriegruppe Clienia im Jahr 2024 einen Umsatz von 213 Millionen Franken; im Vorjahr waren es 210 Millionen Franken gewesen. Rund 161 Millionen Franken entfielen 2024 auf stationäre Leistungen, gut 38 Millionen Franken auf ambulante Fälle.
Clienia führt rund 20 Standorte, darunter 8 Gruppenpraxen, und bietet rund 640 stationäre Betten an. Die Zahl der Angestellten lag Ende 2024 bei 1741.

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