Generation Smartphone – Generation Stress

Psychische Probleme bei Jugendlichen nehmen seit Jahren zu. Eine neue Langzeitstudie legt nun nahe, dass das Smartphone dabei nicht nur eine Nebenrolle spielt.

, 10. Februar 2026 um 05:05
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Bild: Paul Hanaoka on Unsplash
Bekannt ist, dass psychische Probleme bei Jugendlichen zunehmen. Nicht restlos geklärt sind die Ursachen. Was Vermutungen nahelegen, scheint eine Studie zu bestätigen: das Aufkommen von Smartphones.
Zur Erinnerung: In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren galt die psychische Gesundheit in westlichen Gesellschaften als bemerkenswert stabil. Erst seit Beginn des neuen Jahrtausends zeigt sich ein deutlicher Wandel insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Das schreibt die Privatklinik Hohenegg in einer Mitteilung.
Gregor Hasler ist Psychiater und Neurowissenschaftler der Uni Fribourg. Er verweist auf eine im National Library of Medicine publizierten Studie aus dem Jahr 2010. Doppelt so viele Jugendliche berichteten 2006 im Vergleich zu 1986 über zunehmende Gefühle von Depression oder Angst.
Stephan CollishawBarbara MaughanLucy NatarajanAndrew Pickles (2010): «Trends in adolescent emotional problems in England: a comparison of two national cohorts twenty years apart»
Auffällig ist, dass insbesondere Mädchen eine frühe Zunahme des gefühlten Stresses zeigen.. Diskutierte Gründe sind unter anderem steigende Leistungsideale, belastete soziale Beziehungen und ein zunehmender Materialismus.
Ein zeitlich markanter Wendepunkt fällt mit der Einführung des Smartphones zusammen. Erste Vorläufer erschienen 1994, der breite Durchbruch erfolgte ab 2007. Seither zeigen Studien eine deutliche Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen.
Ran BarzilaySamuel D. PimentelKate T. TranElina VisokiDavid PagliaccioRandy P. Auerbach (2026): «Smartphone Ownership, Age of Smartphone Acquisition, and Health Outcomes in Early Adolescence»
Besonders relevant scheint eine pädiatrische Langzeitstudie zu sein, die laut dem Psychiater und Neurowissenschaftler Gregor Hasler erstmals kausale Zusammenhänge nahelegt: «Smartphones sind demnach nicht nur ein Faktor unter vielen, sondern aktiv an der Entstehung psychischer Probleme beteiligt».
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