Hilfe in Krisenzeiten: Spital Frutigen schafft neue Behandlungsplätze

Mit einer neuen Psychiatrie-Station in Frutigen reagieren die Spitäler FMI auf den wachsenden Bedarf und investieren rund zwei Millionen Franken in die Zukunft.

, 19. Februar 2026 um 13:41
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Nationalrat Ernst Wandfluh, Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg, FMI-VRP Karin Ritschard Ugi, Chefarzt Thomas Ihde  |  Bild: Hans Rudolf Schneider.
Vor knapp einem Jahr wurde es angekündigt, jetzt ist es umgesetzt: Das Spital Frutigen hat das psychiatrische Angebot ausgeweitet und eine eigene Psychiatriestation eröffnet.
Hier finden Menschen in Krisensituationen oder mit psychischen Belastungen rund um Geburt oder Menopause künftig einen stationären Behandlungsplatz. Das tagesklinische Angebot soll bis Anfang März vollumfänglich seinen Betrieb aufnehmen.
«Bis Mitte Januar konnten wir Patientinnen und Patienten aus dem Kandertal nur ambulant betreuen», sagt Psychiatrie-Chefarzt Thomas Ihde. Wer mehr Tagesstruktur oder sogar einen stationären Aufenthalt benötigte, musste bisher nach Interlaken, Meiringen oder Thun ausweichen.

«Zukunftsgerichtetes Angebot»

Nun stehen in Frutigen zwölf stationäre psychiatrische Betten zur Verfügung. Thomas Ihde spricht von einem überregional einmaligen spezialisierten Angebot. So gebe es neben Frutigen nur drei andere spezialisierte Psychiatriestationen, in denen ein Aufenthalt mit Kind möglich sei.
Zum Angebot der Station und Tagesklinik gehören sowohl Einzel- wie auch Gruppentherapien. Für das Projekt wurde ein Stock des Spitalanbaus sowie der Dachstock umgestaltet. Insgesamt investierten die Spitäler FMI rund 2 Millionen Franken in den Umbau.
«Der Spitäler FMI AG ist es am Standort Frutigen gelungen, eine Versorgungslücke für die lokale Bevölkerung zu schliessen und gleichzeitig ein spezialisiertes, zukunftsgerichtetes Angebot aufzubauen», meinte Pierre Alain Schnegg, der Gesundheitsdirektor des Kantons Bern, bei den Eröffnungsfeierlichkeiten.
Auch im Berner Oberland übersteigt die Nachfrage das psychiatrische Angebot deutlich. Aktuell muss man für eine Erstkonsultation mit einer Wartezeit von bis zu acht Wochen rechnen.
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