Gesundheitsverbände bauen politischen Druck auf

Mit einer Grossdemonstration machen Berufsverbände und Gewerkschaften im November ihre Forderungen sichtbar. Sie pochen auf mehr Personal und eine solidere Finanzierung von dessen Ansprüchen.

, 18. September 2025 um 14:24
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Jetzt der zweite Streich: Demonstration für Pflegeinitiative, Oktober 2021  |  Bild: VPOD
Am 22. November findet auf dem Bundesplatz in Bern eine grosse nationale Demonstration von und für das Gesundheitspersonal statt: Neun Organisationen machen dann ihren Unmut über die Zustände in der Gesundheitsversorgung sichtbar – darunter SBK, VPOD, Unia und VSAO.
Worum geht es konkret? Die beteiligten Verbände präsentierten heute ihre Anliegen. Grundsätzlich mahnen sie bessere Arbeitsbedingungen an; und dabei stellen sie die Umsetzung der Pflegeinitiative ins Zentrum der Kundgebung. Denn kurz danach, in der Dezembersession, dürfte der Nationalrat über die zweite Etappe dieses Projekts debattieren.
Der dazu vorliegende Entwurf des Bundesrates gehe zu wenig weit, so nun die Kritik. «Die fehlenden Regelungen für eine bedarfsgerechte Personalausstattung und eine angemessene Finanzierung sind nicht nur enttäuschend, sie sind auch ein direkter Widerspruch zu den zentralen Anliegen der Volksinitiative», sagt Yvonne Ribi, die Geschäftsführerin des SBK: «Ein Gesetz, das keine Finanzierungslösungen bietet, ist zahnlos und ineffektiv.»
Allgemein soll die Politik sich stärker dafür einsetzen, dass der Mangel und die Lücken bei Pflegepersonal, Assistenzärzten wie auch in der ärztlichen Grundversorgung entschärft werden.
Es sei fünf nach zwölf, so die beteiligten Organisationen im gemeinsamen Aufruf: «Das Gesundheits- und Pflegepersonal leistet immer mehr, viele sind überlastet, brennen aus und verlassen ihren Beruf. Gleichzeitig steigt aufgrund der demografischen Entwicklung der Bedarf an medizinischen Leistungen. Dies gefährdet die Gesundheitsversorgung der breiten Bevölkerung.»
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