Galenica testet neues Apothekenkonzept

Die Apothekenkunden informieren sich zunehmend online – die Amavita-Filiale im Glattzentrum reagiert darauf mit speziellen Beratungsräumen, digitalen Tools und halbprivaten Zonen. Das Pilotprojekt soll Erkenntnisse für künftige Filialen liefern.

, 24. Oktober 2025 um 07:30
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Bild: PD
Die Amavita Apotheke im Glattzentrum bei Zürich wurde modernisiert und soll nun als Pilotfiliale für ein neues Apothekenkonzept dienen. Dieses stellt die Beratung und digitale Unterstützung verstärkt ins Zentrum des Geschäfts.
Die Apotheke bietet Expresskassen für den schnellen Einkauf, private Räume für die persönliche Beratung und halbprivate Besprechungszonen. Dort können die Angestellten und die Kundschaft gemeinsam Produkte und Dienstleistungen an Bildschirmen vergleichen; im Hintergrund steht die Tatsache, dass sich inzwischen rund 80 Prozent der Kunden online informieren, bevor sie eine Apotheke aufsuchen.
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Rückzugsort: Beratungsraum der Amavita-Apotheke
Das neue Apothekenkonzept sei ein zentraler Bestandteil von Galenicas Strategie, digitale und stationäre Angebote zu verbinden, so die Mitteilung. «Als stärkstes Gesundheitsnetzwerk der Schweiz wollen wir die Rolle der Apotheke für Gesundheit und Versorgung mitgestalten», sagt der Galenica-CEO Marc Werner: «Dafür investieren wir gezielt in moderne Raumkonzepte, in die Digitalisierung, in neue Angebote und in die Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Mitarbeitenden.»
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Beratungsinsel mit Bildschirm
Im Hintergrund steht die bekannte Tendenz, dass die Apotheken eine stärkere Rolle bei Impfungen, Gesundheitschecks und für die Beratung bei akuten Beschwerden spielen (sollen). Mit dem «Kostendämpfungspaket 2» will der Bund ihre Kompetenzen noch erweitern. Ab 2027 werden Apothekenleistungen wie Impfungen oder Massnahmen für Prävention und Therapieadhärenz durch die Grundversicherung vergütet.
Das neue Konzept soll Galenica nun helfen, die Beratung als zentrale Aufgabe der Apotheke weiter auszubauen. Das Pilotprojekt wird mit dem bestehenden Personal realisiert. Der Apothekenkonzern will dabei auch Erkenntnisse zu Kundenverhalten, Abläufen und Ausbildungsbedarf gewinnen.
Für 2026 sind weitere Pilotapotheken geplant – als nächster Schritt hin zu einer breiteren Umsetzung.
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