Erste Brandverletzte aus dem Ausland in Schweizer Reha

Nach der Katastrophe von Crans-Montana werden erste Patienten aus ausländischen Spezialkliniken in Schweizer Rehabilitationszentren verlegt; die Reha-Kapazitäten werden ausgebaut.

, 17. Februar 2026 um 14:11
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Suva-Klinik in Bellikon. Bild: zvg
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) und die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) bereiten die Rückverlegung der nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana im Ausland behandelten Patienten vor.
Wie die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben, konnten erste Patienten bereits aus den Brandzentren im Ausland in die Rehabilitation in der Schweiz überführt werden. Weitere Rücktransporte sollen gestaffelt erfolgen – abhängig vom jeweiligen Gesundheitszustand.

Suva-Kliniken bauen Kapazitäten aus

Um die Anschlussbehandlung sicherzustellen, bauen die auf Brandverletzungen spezialisierten Suva-Kliniken in Bellikon und Sion ihre Kapazitäten aus. Gleichzeitig bleibe gewährleistet, dass weiterhin genügend Rehaplätze für Patienten aus anderen Ereignissen zur Verfügung stehen, heisst es in der Mitteilung.
Nach heutigem Stand können alle Betroffenen mit Schweizer Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in der Schweiz im Inland eine Reha besuchen. Neben der medizinischen Versorgung wird auch die psychosoziale Betreuung mitgeplant.
Derzeit werden 36 Patientinnen und Patienten im Ausland behandelt, darunter 16 mit Schweizer Staatsangehörigkeit sowie 5 ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz. Sie befinden sich in Spezialkliniken in Frankreich (16), Italien (12), Deutschland (5) und Belgien (3).
In der Schweiz sind aktuell 31 Personen hospitalisiert – 22 in Akutspitälern und 9 in Rehabilitationskliniken (Stand: 16. Februar 2026).

Swiss Contact Teams

In den vergangenen Wochen besuchten sogenannte Swiss Contact Teams sämtliche im Ausland behandelten Patienten mit Bezug zur Schweiz. Dabei wurde erhoben, wann eine Rückkehr möglich ist und welche Nachsorge benötigt wird.
Während sich einige Patienten weiterhin in kritischem Zustand befinden, werden andere in den kommenden Tagen voraussichtlich in die Schweiz zurückkehren oder nach Hause entlassen werden. Parallel dazu laufen die Planungen für die Verlegung von Patienten aus Schweizer Akutspitälern in die Rehabilitation.
Die operative Koordination der Rücktransporte übernimmt ein Medical Board bei der Nationalen Alarmzentrale des BABS. Dieses steht in engem Austausch mit den behandelnden Kliniken in Europa und organisiert Transport sowie Aufnahme in den entsprechenden Einrichtungen in der Schweiz. In der Regel erfolgt zunächst die Verlegung in ein Schweizer Verbrennungszentrum und anschliessend in eine Rehabilitationsklinik.
👉Mehr dazu:
«Wir haben sehr viel Solidarität gespürt» Nach der Brandkatastrophe im Wallis behandelt das Universitäts-Kinderspital Zürich mehrere schwer verletzte Jugendliche. Im Interview berichtet Chefärztin Kathrin Neuhaus von einer anspruchsvollen Zeit – und ersten Behandlungserfolgen.

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