Demo gegen die Mängel in der Gesundheitsversorgung

Mehr Ausbildungsplätze, weniger Bürokratie: FMH, Pharmasuisse, ChiroSuisse, SSO und GST legten in Bern einen gemeinsamen Forderungskatalog vor.

, 21. Februar 2025 um 15:31
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Bilder: PD FMH
Fünf Verbände des Gesundheitswesens legten heute in Bern Protest ein: Vor dem Bundeshaus präsentierten sie acht Forderungen gegen den Nachwuchs- und Fachkräftemangel. Konkret sollen zum Beispiel mehr Studienplätze entstehen. Ferner forderten die Vertreter von FMH, Pharmasuisse, ChiroSuisse, der Zahnmediziner-Gesellschaft SSO sowie der Tierärzte-Gesellschaft GST bessere Arbeitsbedingungen und einen Abbau bei den administrativen Auflagen.
Insgesamt vertreten die fünf Verbände rund 63’000 Personen. «Der seit längerem bekannte Nachwuchs- und Fachkräftemangel bei den Medizinalberufen (nach MedBG) wird grösser», heisst es in einem Communiqué: «Ohne die enorme Leistungsbereitschaft der Menschen in den Medizinalberufen wäre die gute Versorgung der Bevölkerung bereits heute nicht mehr möglich.»
Mit einem Hürdenlauf auf dem Bundesplatz veranschaulichten die Organisationen, welche Hindernisse in ihren Berufen bestehen. Die Verbände verlangen von der Bundespolitik, dass diese Hürden abgebaut werden. Nach der Aktion überreichten sie ihren Forderungskatalog an Nationalrätin Barbara Gysi (SP) und Ständerat Damian Müller (FDP), welche die Gesundheitskommissionen des Parlaments präsidieren.
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Barbara Gysi und Damian Müller an der Protestveranstaltung, Bern, 21. Februar 2025.

Die acht gemeinsamen Forderungen:

1. Substanzielle Erhöhung der Anzahl Studienplätze in der Schweiz für alle medizinischen Fachrichtungen.
2. Überprüfung der Zulassungsbedingungen zu den medizinischen Studien.
3. Sicherstellung der Qualität der berufsspezifischen Aus- und Weiterbildung aller in der Schweiz tätigen medizinischen Fachpersonen.
4. Schaffung und Sicherstellung zeitgemässer Arbeitsbedingungen zur Erhaltung der medizinischen Fachpersonen im Beruf.
5. Substanzielle Reduktion der administrativen Auflagen.
6. Förderung und finanzielle Unterstützung der Digitalisierung, der digitalen Transformation sowie der Initial- und Betriebsaufwände im Gesundheitswesen.
7. Nationale – beziehungsweise überkantonale – Vereinheitlichung der Bedingungen zur Berufsausübung.
8. Schaffung von Anreizsystemen zur Gewährleistung von ausreichend Arbeitsplätzen in Randregionen zur Sicherstellung der Versorgung aller medizinischen Dienstleistungen.


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