Wie häufig sind weitere Eingriffe nötig, nachdem eine Hüft- oder Knieprothese eingesetzt wurde? Ein neuer Report zeigt: Die 2-Jahres-Revisionsraten sind in den vergangenen Jahren weiter leicht gesunken – womit sich ein langfristiger Trend bestätigen.
Konkret sank die Rate bei Hüft-Totalprothesen von 2,5 auf 2,4 Prozent. Bei Knie-Totalprothesen blieb sie – verglichen mit der Vorperiode – stabil bei 3,3 Prozent.
Die Auswertung, durchgeführt vom Implantate-Register SIRIS von ANQ, umfasst knapp 70’500 Hüft- und 67’200 Knie-Totalprothesen, die zwischen 2019 und 2022 implantiert und dann bis Ende 2024 überprüft wurden. die Vorperiode bezog sich auf die Operations-Jahre 2016 bis 2019.
Insgesamt 144 Kliniken wurden dabei beobachtet. Die meisten lagen innerhalb des statistisch erwarteten Bereichs. Auffällige 2-Jahres-Revisionsraten zeigten sich bei 17 Spitälern für Hüftprothesen (Vorperiode: 20) sowie bei elf Spitälern für Knieprothesen (Vorperiode: 10).
«Die Werte der Institutionen lagen dabei näher beieinander als in früheren Untersuchungszeiträumen, was auf einen einheitlicheren Qualitätsstandard hindeutet», kommentiert die Qualitätsorganisation ANQ das Resultat.
In der Beobachtungsperiode 2019 bis 2024 wurden acht Hüftsysteme und ein Knieimplantat als mögliche statistische Ausreißer identifiziert (Vorperiode: 6 respektive 2). Dabei werden nur Systeme berücksichtigt, die mindestens 50-mal implantiert wurden. Doch übers Ganze und auf lange Sicht (seit 2012) gesehen, so der Kommentar, scheint bei den benutzten Implantatsystemen ebenfalls eine gewisse Qualitätsvereinheitlichung gegeben zu haben.
In der Schweiz werden pro Jahr gut 28’000 künstliche Hüftgelenke und rund 25’000 künstliche Kniegelenke im Implantat-Register SIRIS erfasst. Produziert oder vertrieben werden diese Produkte durch 36 Firmen. Implantiert werden sie von 1’020 Ärztinnen und Ärzten, die in 146 Spitälern und Kliniken operieren.