In Huttwil wird es ab Ende August kein Dahlia-Pflegeheim mehr geben. Die Dienstleistungen des Gesundheitszentrums der Spital Region Oberaargau (SRO) bleiben jedoch erhalten. Das teilt die Pflegeheimgruppe mit.
Sanierung wäre zu teuer
Der Grund für die Schliessung: Veränderungen im Gesundheitsmarkt und in der Alterspflege. Die Sanierung des veralteten Spitalgebäudes in Huttwil hätte zu viel gekostet. Die Personalrekrutierung sei besonders schwierig gewesen. Und ausserdem könnte Dahlia an ihren anderen Standorten in Herzogenbuchsee, Niederbipp, Wiedlisbach und Attiswil bei Bedarf ausbauen, lauten die Argumente.
Alle Mitarbeitenden erhalten ein gleichwertiges Stellenangebot an einem dieser Standorte, verspricht die Leitung. Entlassungen seien keine vorgesehen.
Genug Pflegeplätze in der Region
Auch für die Bewohnerinnen und Bewohner werde «eine lückenlose Anschlusslösung an einem anderen Dahlia-Standort gesucht oder ein Übertritt in eine Institution ihrer Wahl sichergestellt». Die Region um Huttwil habe ein ausreichendes Angebot an wohnortnahen Plätzen in der Langzeitpflege.
Mit der Schliessung von Huttwil kürzt Dahlia ihr Angebot im Oberaargau von 300 auf 245 Plätze. Das Heim in Herzogenbuchsee kann 85 Pflegebedürftige, das Juradorf in Wiedlisbach 127 demente Personen aufnehmen. Daneben betreibt Dahlia noch ein kleineres Heim für 36 Personen in Niederbipp und eine Aussenwohngruppe des Juradorfs Wiedlisbach in Attiswil für 15 Personen.
Keine Schule im alten Spital
Schon vor knapp einem Jahr zeichnete sich ab, dass das Alterszentrum offenbar nicht genug ausgelastet ist. Damals teilte die Dahlia-Muttergesellschaft SRO mit, dass sie in Huttwil «intern verdichten» wolle. Deshalb wollte die SRO einen Teil des Gebäudes der Gemeinde als Schulraum vermieten. Wegen der hohen Kosten lehnte die Huttwiler Bevölkerung eine Umnutzung des ehemaligen Spitals jedoch ab.