Corona kostete den Bund 29 Milliarden

Die Kosten der Corona-Pandemie seien so einmalig gewesen, dass sie keine Vorlage für künftige Krisen seien. Das stellt der Bundesrat fest.

, 26. Juni 2024 um 12:17
image
Massnahmen wie Ladenschliessungen haben die Schweiz insgesamt 29 Milliarden Franken gekostet. | Bild: Arturo Rey on Unsplash
Die wirtschaftlichen Abfederungsmassnahmen der Folgen der Corona-Pandemie kamen uns teuer zu stehen. Insgesamt zahlte der Bund 29 Milliarden Franken für Kurzarbeit, Covid-Erwerbsersatz, Covid-Kredite und Härtefallmassnahmen.

Keine Vorlage für die Zukunft

Das seien so hohe volkswirtschaftliche Kosten, dass sie einmalig gewesen seien - und keine «Vorlage für zukünftige Krisen darstellen». Das hält der Bundesrat in seinem Bericht zu den «Wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise» fest.
Wie in anderen Ländern wurde in der Schweiz im Frühjahr 2020 die Wirtschaftstätigkeit stark eingeschränkt.

«Nicht nur Massnahmen schuld»

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der angeordneten Massnahmen seien hoch gewesen, räumt der Bundesrat ein. Doch seien nicht allein die Massnahmen schuld, sondern auch die Entwicklung im Ausland und die Verhaltensanpassungen der Bevölkerung.
Mit anderen Worten: «Selbst wenn die Schweiz auf eigene Covid-19-Eindämmungsmassnahmen verzichtet hätte, wäre es im Inland wahrscheinlich zu einem wirtschaftlichen Einbruch gekommen.»

«Wirtschaftlich wirksam»

Die Abfederungsmassnahmen seien «aus einer gesamtwirtschaftlichen Perspektive wirksam» gewesen und hätten dazu beigetragen, «eine sich selbst verstärkende Krise sowie grossflächige Entlassungs- und Konkurswellen zu verhindern».
Die Massnahmen könnten aber nicht als Vorlage dienen. Weil Art, Dauer und Auswirkungen künftiger Krisen kaum vorhergesagt werden könnten.

Einzige Vorbeugemassnahme: Gesunde Finanzen

Allerdings seien «gesunde öffentliche Finanzen» entscheidend dafür, in Krisen die finanzpolitische Handlungsfähigkeit des Staats sicherzustellen. Auch die Unternehmen müssten mit Rücklagen für künftige Krisen vorsorgen.
  • politik
  • Covid
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Chronisch unterdiagnostiziert: Covid-Welle wirkt bis heute nach

Die Corona-Pandemie hat die Wahrnehmung chronischer Krankheiten massiv gebremst – mit Folgen bis heute. Dies besagt eine grosse britische Studie. Dabei zeigen sich klare soziale Unterschiede.

image

Gesundheitsdirektion zeigt Spital Wetzikon erneut die kalte Schulter

Das Spital Wetzikon ist mit seinem Antrag auf eine Kantonsgarantie erneut gescheitert. Bereits 2024 hatte die Gesundheitsdirektion eine Unterstützung abgelehnt. Nun liegt der Ball beim Gesamtregierungsrat.

image

US-Preisverhandlungen: Diese 15 Medikamente sind nun im Visier

Das Medicare-Programm überprüft erneut die Preise teurer Medikamente. Ziel ist, die Kosten für US-Patienten zu senken. Womit nebenbei auch der Schweizer Markt unter Druck kommen könnte.

image

Bundesrat will bei Spitalplanung nicht eingreifen

Der Bund enttäuscht Gesundheitspolitiker: Er will die Spitalplanung weiterhin den Kantonen überlassen. Obwohl es ganz offensichtlich «Optimierungspotenzial» gibt.

image

Kommission bremst Forderung zu tieferen Medikamentenpreisen

Die Forderung des Kantons Jura nach wirksamen Instrumenten gegen steigende Medikamentenpreise droht zu scheitern.

image

Prioswiss gegen neue Basler Spitallisten: «Falscher Ansatz»

Die Basler Regierungsräte Lukas Engelberger und Thomi Jourdan wollen nur noch «koordinierte» Spitallisten einführen. Krankenkassen und Spitäler warnen vor eingeschränkter Wahlfreiheit und steigenden Kosten.

Vom gleichen Autor

image

Konsultation nur beim eigenen Hausarzt – oder gar nicht

Wenn der Hausarzt vorübergehend nicht verfügbar ist, bricht die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen dramatisch ein. Auch wenn andere Ärzte erreichbar wären.

image

Nach Honorarkürzung: Spital Einsiedeln gewinnt Schwyzer Belegärzte

Das Spital Schwyz hat die Honorare gesenkt und seine Belegärzte verärgert. Diese operieren nun zum Teil auch in Einsiedeln.

image

Kispi-Professor für seine Therapie bei offenen Rücken ausgezeichnet

Ueli Möhrlen erhält den Forschungspreis der Holm-Schneider-Stiftung für einen neuen Ansatz zur Behandlung der Spina bifida vor der Geburt.