Wegen schwerer Körperverletzung: BFU fahndet nach Serientätern

Über 100'000 Personen stürzen jährlich und verletzen sich dabei teils schwer. Dadurch entstehen auch hohe materielle Kosten. Eine witzige Kampagne soll helfen, diese Unfälle zu reduzieren.

, 14. März 2023 um 09:58
image
Kuscheltiere werden oft zu Stolperfallen. So macht die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) auf die «Übeltäter» aufmerksam. | BFU
Nasse Böden, herumliegende Schuhe, lose Kabel, Kuscheltiere oder wacklige Schemel: diese «Übeltäter» sorgen oftmals für Stürze – der mit Abstand häufigste Unfallhergang in der Schweiz.
Mehr als 40 Prozent davon passieren im eigenen Zuhause: 125'000 Menschen verletzten sich jährlich beim Hinfallen. «Diese Stürze haben nicht nur für ältere Erwachsene gravierende Folgen», schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) in einem Communiqué.
Von den insgesamt 14'500 Personen, die sich jedes Jahr beim Hinfallen schwer verletzen, sind 7200 im erwerbstätigen Alter, also zwischen 17 und 64 Jahre alt. Ein Teil dieser Unfälle endet in der Invalidität.

Hohe Kosten

Unter dem Strich verursachen die Erwerbstätigen rund die Hälfte der Kosten, die durch Unfälle im Bereich Haus und Freizeit entstehen.
Allein aufgrund von Stürzen belaufen sich die jährlichen materiellen Kosten in dieser Altersgruppe auf 1,4 Milliarden Schweizer Franken.
image
Auch Zeitungsstapel werden oft zu Stolperfallen. | BFU

Stürze auf gleicher Ebene

Über die Hälfte aller Stürze von Personen im Alter zwischen 17 und 64 Jahren passiert auf gleicher Ebene: «Ein Fünftel aller Sturzunfälle geschieht auf Treppen und Stufen, rund jeder vierte Sturz aus der Höhe. Obschon letztere seltener vorkommen, haben sie oft gravierendere Folgen», so die BFU.
Das Sturzrisiko lasse sich mit einfachen Massnahmen stark reduzieren. So rät die BFU, standfeste Trittleitern zu nutzen, nasse Böden immer sofort zu trocknen und herumliegende Gegenstände, die zur Stolperfalle werden, zu beseitigen.

Kampagne mit Augenzwinkern

Mit einem Augenzwinkern schreibt die BFU diese «Übeltäter», die Stürze verursachen, in einer nationalen Kampagne zur «Grossfahndung» aus. Gesucht werden Stolperfallen wie herumliegende Turnschuhe, losen Kabel, Kuscheltiere oder wacklige Schemel.
Die BFU will darauf aufmerksam machen, dass es gefährlich ist, etwas «kurz» auf der Treppe zu deponieren, nur weil es praktisch und bequem ist. Die «Fahndungsaufrufe» sollen in den nächsten drei Jahren breit gestreut werden und hoffentlich zu weniger Stürzen führen.
image
Schemel sind oftmals keine gute Idee zum Draufstehen. | BFU

  • versicherer
  • BFU
  • unfall
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image
Gastbeitrag von Tristan Struja und Alexander Kutz

Doch, Privatversicherte beanspruchen mehr Leistungen

Wir sollten nicht bestreiten, dass Zusatzversicherungen eher zu Überversorgung führen. Vielmehr sollten wir das Bewusstsein dafür schärfen.

image

Auch geschrumpfte Sympany verlor Geld

Trotz Stellenabbau: Die Basler Krankenkasse Sympany machte wieder Verlust. Letztes Jahr waren es 58 Millionen Franken.

image
Gastbeitrag von Heinz Locher

Liebe Spitäler: Die Lage darf nicht fatalistisch akzeptiert werden

Hier Krankenkassen, da Spitäler: Das heutige Verhältnis zwischen den Tarifvertrags-Parteien in einem Kernprozess des KVG ist unhaltbar. Und es gäbe auch Alternativen.

image

Curafutura: Marco Romano folgt auf Sandra Laubscher

Der ehemalige Mitte-Nationalrat wird Leiter Gesundheitspolitik und Mitglied der Geschäftsleitung.

image

Versicherer bietet allen Kunden Gen-Tests an

Beim US-Konzern Mass Mutual können alle Versicherten zwischen 35 und 70 ihr genetisches Risiko für acht Erkrankungen prüfen lassen.

image

Assura gibt ihr Vorschuss-System auf

Die Krankenversicherung Assura bezahlt Arzt- und Apothekenrechnungen künftig direkt. Versicherte müssen das Geld nicht mehr vorschiessen.

Vom gleichen Autor

image

Kinderspital verschärft seinen Ton in Sachen Rad-WM

Das Kinderspital ist grundsätzlich verhandlungsbereit. Gibt es keine Änderungen will der Stiftungsratspräsident den Rekurs weiterziehen. Damit droht der Rad-WM das Aus.

image

Das WEF rechnet mit Umwälzungen in einem Viertel aller Jobs

Innerhalb von fünf Jahren sollen 69 Millionen neue Jobs in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Bildung entstehen – aber 83 Millionen sollen verschwinden.

image

Das Kantonsspital Obwalden soll eine Tochter der Luks Gruppe werden

Das Kantonsspital Obwalden und die Luks Gruppe streben einen Spitalverbund an. Mit einer Absichtserklärung wurden die Rahmenbedingungen für eine künftige Verbundlösung geschaffen.