So will der Kanton Zug die Pflege stärken

Über die nationale Ausbildungsoffensive hinaus will der Kanton Zug Themen wie Wiedereinsteigerinnen oder verbesserte Anstellungsbedingungen in den Fokus nehmen.

, 26. September 2022, 06:01
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Quereinsteigenden werden eine verkürzte 3-​jährige Ausbildung angeboten. | Screenshot Youtube
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Damit der Personalbedarf in der Pflege auch in Zukunft gedeckt werden kann, ergreift der Kanton Zug verschiedene Massnahmen. Unter anderem soll dadurch bei Ausbildungsstätten und -​betrieben erreicht werden, dass die Ausbildung für die Pflegeberufe attraktiver wird, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
Im Zentrum stehe die nationale Ausbildungsoffensive, mit welcher die angenommen Pflegeinitiative umgesetzt werde. Der Kanton nimmt aber auch weitere Themen in den Fokus. Darüber haben sich Kanton, Leistungserbringer und Ausbildungsstätten an den diesjährigen «Zuger Gesprächen» ausgetauscht.

Enge Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum

Um den Personalbedarf in der Pflege decken zu können, unterstütze der Kanton beispielsweise entsprechende Programme für die Gewinnung von Quer- und Wiedereinsteigerinnen des Bildungszentrums Xund. So könnten potentielle Wiedereinsteigerinnen zur Rückkehr in ihren Beruf motiviert werden – und auch Arbeitgeber für das ungenutzte Potential von Wiedereinsteigerinnen und deren spezifische Bedürfnisse sensibilisiert werden.
Quereinsteigenden wird zudem mit einer 3-​jährigen Ausbildung ein «attraktiver Weg» in die Diplompflege angeboten, wie in der Mitteilung weiter zu lesen steht.

Individuelle Betriebs-Analyse vor Ort

Ein weiteres Thema sei die Verweildauer von Pflegepersonal. Die Gesundheitsdirektion biete den Zuger Pflegeheimen bei dieser Aufgabe eine Hilfestellung: In Zusammenarbeit mit einer externen Beratungsfirma werde den Pflegeheimen die Möglichkeit geboten, eine Betriebsanalyse durchführen zu lassen.
Diese soll gemäss Kanton den Pflegeheimen Klarheit geben, welche Ansätze für den Personalerhalt bereits vorhanden und wo noch Potential besteht. «Diese individuellen Analysen vor Ort sollen zu motiviertem Pflegepersonal führen – davon profitieren nicht nur die Heime, sondern vor allem auch die Bewohnenden», sagt Martin Pfister, Regierungsrat und Vorsteher der Gesundheitsdirektion.
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