Zur Rose-Gruppe will nun früher in die Gewinnzone gelangen

Europas grösste E-Commerce-Apotheke beschleunigt den Weg zur Profitabilität. Das Unternehmen bestätigt zudem die mittelfristige Ebitda-Zielmarge.

, 18. August 2022, 07:00
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Der Umsatz der zur Rose Gruppe entwickelte sich im ersten Halbjahr 2022 mit 963,9 Millionen Franken und plus 0.4 Prozent «plangemäss» auf dem Vorjahresniveau. Nach Regionen reduzierte sich in Deutschland der Umsatz um 3.9 Prozent und liegt damit im Rahmen der Erwartungen, wie der Gesundheitsdienstleister am Donnerstag mitteilt.
In der Schweiz setzte Zur Rose den Wachstumskurs in allen Geschäftsfeldern mit einem Umsatzplus von 9.6 Prozent fort. Im Segment Europa verzeichnete die Gruppe mit plus 2.9 Prozent ebenso eine «im Rahmen der Erwartung» liegende Entwicklung. Die Zahl aktiver Kunden lag per Ende Juni 2022 bei 11.7 Millionen Franken und damit auf dem Niveau von Mitte 2021.
Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2021 erhöhte die Online-Apotheke die Bruttomarge um 0.6 Prozentpunkte auf 14.8 Prozent. Das bereinigte Ebitda konnte von minus 86,0 Millionen Franken auf minus 49,2 Millionen Franken verbessert werden. Auch das liege im Zielkorridor des für das Gesamtjahr kommunizierten Ausblicks. Das Betriebsergebnis beläuft sich auf minus 43,1 Millionen Franken, heisst es. 

Gewinnschwelle bereits ein Jahr früher  

Die Zur Rose-Gruppe bestätigt zudem auf bereinigter Ebitda-Stufe das im Frühjahr kommunizierte Ziel für 2022 von minus 75 Millionen bis minus 95 Millionen Franken. Statt für 2024 werde die Gewinnschwelle beziehungsweise der Ebitda-Break-even bereits für das Geschäftsjahr 2023 erwartet. 
So verschiebt die Online-Apotheke den Fokus von Wachstum auf Profitabilität. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein entsprechendes Programm beschleunigt, das zu einem im mittleren einstelligen Prozentbereich geringeren Umsatz im Jahr 2022 führe. 
Die im zweiten Quartal lancierten Massnahmen zielen darauf ab, mit der Verbesserung der Bruttomarge, strukturellen Kosteneinsparungen, Produktivitätssteigerungen und Marketingoptimierungen das Resultat um 130 Millionen Franken gegenüber 2021 zu verbessern.

«Kein zusätzlicher Kapitalbedarf für operatives Geschäft»

Zudem sei der operative Kapitalbedarf durch die vorhandene Liquidität abgedeckt, heisst es weiter. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Spekulationen über eine mögliche Kapitalerhöhung. 
Somit beschränkt sich der Kapitalbedarf gemäss Mitteilung auf die Refinanzierung der ausstehenden Anleihen sowie eine Liquiditätsreserve. Zur Rose prüfe verschiedene Finanzierungsoptionen, welche die Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen ausgewogen berücksichtige. Etwaige Kapitalmassnahmen würden in Abhängigkeit des vorherrschenden Marktumfelds erwogen.
Die Zur Rose-Gruppe, Europas grösste E-Commerce-Apotheke und Grosshändlerin für medizinische und pharmazeutische Produkte, bestätigt in der Mitteilung ferner die mittelfristige Ebitda-Zielmarge von 8 Prozent.

Start des deutschlandweiten E-Rezept-Rollouts

Die Versandapotheke äussert sich in der Mitteilung auch zur Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland, das Ende 2021 verschoben wurde. Die Dynamik bei der Nutzung des E-Rezepts nehme stetig zu. Bislang wurden mehr als 150'000 E-Rezepte eingelöst. Damit wurde der Weg zur flächendeckenden Umsetzung des E-Rezepts bereitet. 
Ab 1. September 2022 startet der bundesweite, stufenweise Rollout in der Region Westfalen-Lippe im Bundesland Nordrhein-Westfalen sowie im Bundesland Schleswig-Holstein mit über 11 Millionen Einwohnern.
Zusätzlich zum Papierausdruck des Rezeptcodes und zur E-Rezept-App werden in Deutschland darüber hinaus verschiedene weitere Übermittlungswege geprüft, unter anderem auch über die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Diese Möglichkeit müsste auch für alle Versandapotheken bestehen, teilt das Unternehmen mit. Es finde diesbezüglich bereits ein Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) statt.
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