Wenn Dr. Computer die Diagnose stellt

In Tests diagnostizierte eine chinesische Software gewisse Krankheiten treffsicherer als Ärzte.

, 22. August 2017, 14:40
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Kaum hat sich der Computer die Symptome des Patienten angehört, erstellt er eine Checkliste für den Patienten und eine auf seiner Diagnose basierende Behandlungsempfehlung. Dies dauert wenige Sekunden. Anschliessend wird die Diagnose von Ärzten verifiziert.  
Das ist keine Zukunftsmusik, sondern bereits Realität: An einem Kongress im chinesischen Hengyang wurde eine neue Diagnose-Software vorgestellt, die von chinesischen Institutionen, Universitäten und Unternehmen entwickelt worden ist und sich als recht treffsicher erwies. 
Laut Versuchen, die in verschiedenen chinesischen Spitälern durchgeführt wurden, liegt die Trefferquote von Dr. Computer um 20 Prozent höher als die von Ärzten aus Fleisch und Blut.  

Selbstlernende Software

Die Datenbasis umfasst Diagnosemodelle für über 30 Krankheiten wie Tuberkulose und Depressionen, welche im Ruf stehen, häufig falsch diagnostiziert zu werden. Insgesamt wurden Dutzende Millionen klinische Versuche erfasst. 
Die künstliche Intelligenz ist selbstlernend, eignet sich also konstant neues Wissen und Erfahrung an. Alle eine bis zwei Wochen lerne die Software eine neue Krankheit dazu, sagt Peng Shaoling vom National Supercomputing Center in Changsha, in der Zeitung «China Daily»
Der künstliche Arzt werde den echten Arzt nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen oder diesen entlasten. Er könnte speziell in ärmeren und wenig erschlossenen Gebieten zum Einsatz kommen. 
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