Weniger Arztbesuche und Kontrollen dank Apps

Wenn sich Patienten nach einer Operation elektronisch überwachen lassen, gehen sie seltener zur Konsultation – und sie finden das auch praktischer.

, 31. März 2017, 15:26
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Man nehme OP-Patienten und teile sie in zwei Gruppen ein: Die einen erhalten eine App, mit der sie nach der Operationen einen direkten Draht zum Arzt haben, bei Bedarf Fotografien schicken können und wo sie Angaben über ihre Befindlichkeit und ihre Schmerzen eintragen können. Die anderen haben die Möglichkeit, den Arzt bei Bedarf anzurufen.
Was ist der Unterschied? Diese Frage wollten nun mehrere Mediziner in Toronto testen. Sie nahmen eine (zugegebenermassen: kleine) Gruppe von 65 Patientinnen, an denen eine Brust-Rekonstruktions-Operation durchgeführt werden musste. Eine Zufallsauswahl bekam die erwähnte App, die andere Hälfte bekam sie nicht.
Wie verliefen die ersten 30 Tage nach der Operation? Und wie zufrieden waren die Patientinnen? Wo gab es mehr Komplikationen?


Es erstaunt wohl wenig, dass die Patientinnen mit der App signifikant seltener zu einer Arzt-Konsultation gingen.
Andererseits war die Zahl der Telefonanrufe bei beiden Gruppen ziemlich gleich gross. Die Gruppe, der eine App zur Verfügung gestellt worden war, sandte dafür mehr Mails (was wohl auf der Seite des Arztes als Mehraufwand verbucht werden muss).

«Convenient»

Deutlich waren die Unterschiede bei der Wahrnehmung: 97 Prozent der Frauen mit der App bezeichneten den Ablauf der Nachbehandlung als «convenient». Bei den Patientinnen ohne App lag die Quote nur bei 48 Prozent.
Insgesamt zeigte sich also, dass «follow-ups» über elektronische Geräte dazu beitragen kann, die Zahl der Konsultationen direkt nach einer Operation zu senken. Und zugleich betrachteten die Betroffenen die Abläufe sogar noch als praktischer denn die herkömmliche Betreuung.


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