Warum nicht jeder Alkoholiker eine Leberzirrhose entwickelt

Das Risiko, an einer Leberzirrhose zu erkranken, hängt nicht nur von der Menge des konsumierten Alkohols, sondern auch von den Genen ab. Dies fanden Forscher des Universitätsspitals Zürich heraus.

, 20. Oktober 2015, 08:48
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Wer übermässig Alkohol konsumiert, schadet der Gesundheit, heisst es. Aber nicht jeder Trinker entwickelt eine Leberzirrhose. «Unsere Studie zeigt, dass die Menschen eine erstaunlich unterschiedliche Veranlagung mitbringen. Diese individuelle Veranlagung bestimmt, ob und wie stark sich alkoholbedingte Schäden entwickelten oder nicht», sagt Felix Stickel von der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsspital Zürich (USZ)
Er ist einer von drei Autoren einer internationalen Untersuchung, die unter anderem vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt und in der Fachzeitschrift «Nature Genetics» publiziert wurde. 

Zwei neue Risikogene gefunden

Die Forscher haben herausgefunden, dass Varianten dreier Gene im Erbgut die Gefahr einer Leberzirrhose steigern. Hierzu hatten die Wissenschaftler mit Hilfe vom Blutproben die DNA von über 4'000 Alkoholkranken mit und ohne Leberzirrhose untersucht. Eines der Risikogene war bereits bekannt. 
Sowohl für dieses als auch für die beiden neu gefundenen Gene konnten die Forscher einen eindeutigen statistischen Zusammenhang mit dem Zirrhose-Risiko belegen: «Menschen mit bestimmten Genvarianten haben ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln», so Felix Stickel. 

Ursprung im Fettstoffwechsel

Die Ergebnisse eröffnen den Mediziner die Möglichkeit, besonders gefährdete Menschen früh zu identifizieren. Ausserdem helfen sie, die Entstehung einer Leberzirrhose besser zu verstehen. Alle drei Gene spielen eine Rolle im Fettstoffwechsel. 
In der Schweiz leiden zwischen 100'000 und 120'000 Menschen an einer alkoholbedingten Leberzirrhose. 
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