Warum die Insel-Spitäler so einträglich waren

Die Insel-Gruppe machte mit dem Spitalbetrieb einen Gewinn von gut 6 Millionen Franken. Rekordzahlen bei den ambulanten Behandlungen trugen dazu bei.

, 16. März 2022, 12:00
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Der Insel-Gruppe läuft es so gut, wie lang nicht mehr: Nach einem Verlust von 20 Millionen Franken im 2020, machten die sechs Spitalstandorte in der Region Bern 2021 einen Gewinn von gut 6 Millionen Franken.

Viel mehr Patienten als im Vorjahr

Schaut man nicht nur den Spitalbetrieb, sondern den ganzen Konzern, steht die Gruppe noch besser da: Der Konzerngewinn beträgt von über 25 Millionen Franken.
Das ist kein Wunder: Die Insel-Gruppe hat gemäss ihren Geschäftszahlen weit mehr Patienten behandelt als im Vorjahr. Anfang März 2021 nahm die Insel den Normalbetrieb im Operationsprogramm wieder auf, mit dem Resultat, dass sie 62'0000 Patienten stationär behandeln konnte. Das sind gut 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Patienten waren im Durchschnitt auch weniger schwer krank.

Ambulante Behandlungen nähern sich der Millionen-Grenze

Gar eine Rekordzahl vermeldet die Insel-Gruppe bei den ambulanten Behandlungen: Über 900'000  Konsultationen gab es. Das sind gut 8 Prozent mehr und ein «All-Time-Rekord», wie es Insel-Direktionspräsident Uwe E. Jocham in einer Stellungnahme bezeichnete. Dieser Rekord habe dazu geführt, dass 2021 trotz der Pandemie ein kleiner Gewinn erwirtschaftet werden konnte. «Diesen brauchen wir, um unsere Investitionen für die Zukunft zu finanzieren.»
Doch warum konnte die Insel-Gruppe überhaupt so erfolgreich geschäften? «Das ist möglich gewesen, weil es eben keine Einschnitte beziehungsweise Eingriffe von aussen gab. Wir konnten so viele Patientinnen und Patienten versorgen, wie es möglich war. Die Patientenzahlen waren – ausser im Januar und Februar – sehr hoch, teilweise auf Niveaus wie vor der Pandemie», erläuterte Jocham.

Wie Windstärke 9

Und er erwähnt die Kinderklinik als Beispiel: «Diese war im ersten Pandemiejahr – es gab fast keine Fälle des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) – manchmal halb leer. Im Winter 2021 war das Gegenteil der Fall, als wir wirklich sehr hoch ausgelastet waren.» Er zieht deshalb die Bilanz: Es sei unter dem Strich fast ein sogenanntes «normales Jahr» gewesen.
Nur im Detail betrachtet, war es nicht so normal. Jocham, der in jungen Jahren ein begeisterter Windsurfer war, würde das vergangene Jahr der Windstärke 9 zuordnen. Das bedeute Sturm, Wind, man kann noch surfen und hinausgehen. Es habe aber hohe Wellenberge gegeben, dichte Schaumstreifen und hohe Gischt, welche die Sicht beeinträchtigt hätten. «In der Pandemie mussten wir immer wieder schauen, wo sich der Nebel lichtet. Es war nicht alles zu jedem Zeitpunkt bekannt.»

Hunderte von Dankesbekundungen

Bei der Präsentation der Geschäftszahlen wurde Jocham auch gefragt, was für ihn das freudigste Erlebnis im letzten Jahr gewesen sei. Seine Antwort: «Das ist ganz klar: die Hunderte von persönlichen Dankesmails und -schreiben, aber auch die persönlichen Dankesworte erfreuter Mitarbeitenden für unsere Sonderprämie 2021.» Es habe ihn sehr bewegt und gefreut, als Chef darauf im Betrieb angesprochen zu werden und die vielen Dankesbekundungen zu erhalten.

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