Waadt: Gericht spricht Chefarzt frei

Das Waadtländer Kantonsgericht kann dem früheren Chefarzt am Hôpital Intercantonal de la Broye keine fahrlässige Tötung nachweisen.

, 25. April 2016 um 08:00
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Das Waadtländer Kantonsgericht hat den ehemaligen Chefarzt der Abteilung Chirurgie am l'Hôpital Intercantonal de la Broye (HIB) freigesprochen. Dies meldet unter anderem die französischsprachige Zeitung «Tribune de Genève».
Dem heute 53-Jährigen wurde vorgeworfen, im Falle einer Patientin den Ernst der Lage unterschätzt zu haben. Die 77-jährige Frau starb im Juni 2011, nachdem Komplikationen nach einer Operation aufgetreten waren. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.

Staatsanwaltschaft legte Berufung ein

Nach Ansicht der Richter kann ihm kein Fehler angelastet werden. Er blieb entgegen der Anklage «nicht untätig und kümmerte sich um den Zustand seiner Patientin». Die Richter stützten sich dabei auf Experten und auf ein Gutachten.
Mit dem Freispruch bestätigte das Kantonsgericht das Urteil des Strafgerichts in Yverdon-les-Bains. Dieses hatte den Mann im Oktober 2015 freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Berufung ein.
Der Arzt verliess im November 2011 das Krankenhaus. Er führt heute eine eigene Praxis in Lausanne. 
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