Universität Zürich schafft 72 neue Medizin-Studienplätze

Das bedeutet ein Plus von 24 Prozent. Zugleich wird das Netzwerk Humanmedizin ausgebaut. Dieser Entscheid hat auch Folgen für die Medizin-Ausbildung in St. Gallen.

, 15. Juli 2016 um 09:40
image
Der Zürcher Regierungsrat hat der Medizinischen Fakultät der Universität 72 zusätzliche Studienplätze auf Bachelorstufe bewilligt. Damit trage man dem Bedarf an zusätzlichen Ausbildungsplätzen für Ärztinnen und Ärzte Rechnung, so die Mitteilung
Die Aufstockung geschieht mit dem Studienjahr 2017/18: Ab dann wird die Universität Zürich insgesamt 372 Medizin-Studienplätze auf Bachelor-Stufe anbieten. Für die Masterstufe werden ab Studienjahr 2020/21 zusätzlich 65 Plätze zur Verfügung stehen – und damit insgesamt 365 Plätze. 
Wie bisher gibt es zudem auf Bachelorstufe 50 Studienplätze für die Zahnmedizin sowie 80 Plätze für die Vetsuisse-Fakultät.

Weg frei in St. Gallen

Ermöglicht wird die höhere Studienkapazität durch den Ausbau eines Bildungsnetzwerks Humanmedizin. Diesem Netzwerk sollen neben den universitären Spitälern des Kantons Zürich und den bisherigen Partner- und Lehrspitälern neu die ETH sowie die Hochschulen St. Gallen, Luzern und Tessin angehören. Die Einzelheiten werden derzeit geregelt. 
Das Bildungsnetzwerk steht unter der akademischen Verantwortung der Universität Zürich und wird ab Studienjahr 2020/21 starten. In St. Gallen meldet die Kantonsregierung, dass der Ausbau des Bildungsnetzwerks den Weg freimache für die Schaffung einer eigenen Medizin-Ausbildung. Vorgesehen ist dort, dass an der Uni St. Gallen jährlich 40 Studenten ein Humanmedizin-Studium aufnehmen – in Kooperation mit dem Kantonsspital und der Universität Zürich. Am Ende winkt ein «Joint Degree HSG/USZ».

Jährliche Kosten von 9,5 Millionen Franken

Mit der Zusage der Zürcher Regierung zum Ausbau des Netzwerkes erhalte die Kooperationslösung starke Unterstützung, so die St.Galler Regierung (mehr dazu hier).
Der Kanton Zürich hat die Medizinstudienplätze seit 2007 schrittweise um 100 Plätze erhöht. Mit der erneuten Erhöhung um weitere 72 Plätze übernehme «die Medizinische Fakultät der Universität Zürich als eine von fünf Medizinischen Fakultäten in der Schweiz Verantwortung für eine bedarfsgerechte humanmedizinische Ausbildung», argumentiert der Regierungsrat. «Sie trägt so ihren Teil dazu bei, dass auch künftig in angemessener Zahl Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden.» Die zusätzlichen Kosten im Endausbau für den Kanton schätzt der Regierungsrat auf rund 9,5 Millionen Franken pro Jahr. 
Gesamtschweizerisch empfiehlt der Bundesrat eine Zielgrösse von 1300 Abschlüssen in Humanmedizin ab 2025.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

St. Gallen startet Standesinitiative für höhere Spitaltarife

Das Kantonsparlament beschloss einen Vorstoss in Bern – womit zumindest ein Zeichen gesetzt wird.

image

KJPD St.Gallen plant Tagesklinik in Wattwil

In der Berit Klinik entstehen teilstationäre Therapieplätze für Jugendliche. Die Personalsuche soll schon bald beginnen.

image

Pflege: Kanton St.Gallen will Finanzierungslücke schliessen

Der Kanton St. Gallen plant die Förderung von spezialisierter Pflege und Hospizen. Zudem soll die Integration von ambulanter und stationärer Pflege vorangetrieben werden.

image

FaGe-Lehrstellen: Fast alle konnten besetzt werden

Für FaGe-Lehrlinge gilt es seit dieser Woche ernst, sie haben mit ihrer Ausbildung begonnen. In einer Medinside-Umfrage zeigen sich die befragten Spitäler zufrieden – fast alle Lehrstellen konnten besetzt werden.

image

Bundesgericht weist Beschwerde eines Medizinstudenten ab

Erneut ist ein Rechtsstreit um eine nicht bestandene Prüfung in Humanmedizin bis vor das Bundesgericht gelangt.

image

Universität Zürich gründet ein «One Health Institut»

Als erste europäische Universität will die Universität Zürich interdisziplinäre Teams aus Medizin und Naturwissenschaften in einem Institut für gemeinsame Forschungsprojekte zusammenführen.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.