Unispital Genf will Hypnose massiv ausbauen

Die HUG meinen es ernst: Bis in drei Jahren soll ein Zehntel des Pflege- und Ärztepersonals eine Hypnose-Ausbildung durchlaufen haben.

, 18. Januar 2018, 08:25
image
  • hôpitaux universitaires genève
  • hypnose
  • spital
Die Hôpitaux universitaires de Genève HUG haben vor einem Jahr ein grosses Programm zur Hypnoseausbildung lanciert. In diesen Wochen endet der erste Ausbildungsgang und die ersten Ärzte und Pflegenden werden zertifiziert.
Damit wird die klinische Hypnose eine deutlich grössere Rolle spielen im Alltag des Unispitals als zuvor. Wie die Direktion der HUG bei dieser Gelegenheit bekanntgab, soll dieser Weg nun weiter ausgebaut werden: Die Hypnose wird gezielt als zusätzliches Mittel gepflegt, um das Wohlbefinden der Patienten zu steigern.

Von MRI bis Endoskopie

Konkretes Ziel: Bis 2020 sollen 10 Prozent des therapeutischen Personals in diesem Bereich ausgebildet werden – und insgesamt 2'200 Pflegende und Ärzte sollen Info- und Sensibilisierungskurse durchlaufen haben.
Wer einmal als klinischer Hypnotiseur ausgebildet ist, kann regelmässig auf Weiterbildungen und Supervisionen zurückgreifen.
Die Methode wird in Genf bei gut 30 Eingriffen und Therapien angewendet, etwa bei Endoskopien, MRI-Untersuchungen, Chemotherapien, Knochenmark-Punktionen. Neben dem direkten Ziel der Entspannung, Schmerzlinderung und Verringerung von Ängsten habe die Hypnose auch den Vorteil, dass am Ende weniger Medikamente eingesetzt werden müssen, so eine Überlegung hinter dem Projekt. Und dass die Ärzte manchmal sogar auf eine Vollnarkose verzichten können.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Universitätsklinik weitet Angebot auf Männedorf aus

Das Universitäre Wirbelsäulenzentrum Zürich (UWZH) arbeitet neu auch im Spital Männedorf und bietet dort Standard-Operationen an.

image

Dieses Spital darf nicht so gross werden wie geplant

Es ist zu teuer: Das neue Schaffhauser Kantonsspital muss um 50 Millionen Franken billiger werden. Das hat der Spitalrat beschlossen.

image

Protest in Lausanne: Angestellte des Unispitals wollen mehr Lohn

Rund 250 Mitarbeitende des Universitätsspitals Chuv und Gewerkschaftsvertreter protestieren vor dem Hauptgebäude für einen vollen Teuerungsausgleich.

image

Die HFR-Operationszentren haben einen neuen Chefarzt

Pavel Kricka leitet neu als Chefarzt die Operationszentren des Freiburger Spitals (HFR). Er ist Nachfolger von Rolf Wymann.

image

Kantonsspital Glarus muss neuen Pflegechef suchen

Markus Loosli verlässt das Kantonsspital Glarus – aus privaten Gründen, heisst es.

image

Konflikt zwischen Unispital und Personal wegen Long-Covid

Aufgrund von Long-Covid-Symptomen ist es Pflegekräften nicht mehr möglich, zur Arbeit ins Genfer Unispital zurückzukehren. Die Lösung soll nun offenbar die Entlassung sein.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.