Illegaler Medikamentenhandel: Arzt aus St. Gallen vor Gericht

Der Arzt und Gründer der privaten Thurklinik in Uzwil soll mit Tricksereien fünf Millionen Franken Gewinn erzielt haben – illegal.

, 17. August 2017, 08:24
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Happige Vorwürfe gegen einen Arzt aus St. Gallen: Statt Medikamente aus humanitären Zwecken in den Iran zu liefern, verkaufte er den grössten Teil an verschiedene Abnehmer in der Schweiz.
Dieser Grosshandel brachte ihm zwischen 2003 und 2015 knapp 71 Millionen Franken ein, wie das Nachrichtenportal «Top online» berichtet. Die Pharmafirmen gewährten dem Gründer der privaten Thurklinik in Uzwil zum Teil Rabatte von bis zu 50 Prozent.

Swissmedic büsst ihn mit 50'000 Franken

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic war zehn Jahre nach Beginn der Machenschaften durch ein anderes Verfahren auf ihn aufmerksam geworden. Es sprach Ende 2016 gegen den Arzt eine Busse von 50'000 Franken aus. 
Zudem soll der Mediziner fünf Millionen Franken illegale Gewinne abliefern.
Der Arzt wies die Vorwürfe zurück und legte gegen die Strafverfügung Beschwerde ein. Ende August hat nun das Kreisgericht Wil den Fall beurteilt.

«Nie persönlich bereichert»

Der Einzelrichter bestätigt demnach die Busse von 50'000 Franken. Er auferlegt dem Arzt zusätzlich zur Busse noch 22'600 Franken Verfahrenskosten.
Die Ersatzforderung aus illegalen Gewinnen in Millionenhöhe weist der Richter aber ab. Er habe sich nie persönlich bereichert, steht im Urteil. Die Gewinne habe er als humanitäre Hilfe in Kriegsgebiete gespendet.
Anfänglich habe der aus dem Iran stammende Arzt die Medikamente direkt in seine Heimat verkauft. Wegen eines Embargos sei dies später nicht mehr möglich gewesen. 
Mehr:
«Humanitäre Hilfe ohne Bewilligung – 50'000 Franken Busse für Arzt»
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