Suchtmedizin: «Mein Ziel ist es, vom Negativkatalog wegzukommen»

Vor zehn Jahren hat Daniel Beutler «ANR» als Pilotprojekt in die Schweiz gebracht – den Opiatentzug unter Narkose. Seither wurden 200 Patienten therapiert. Trotz guter Resultate, konnte sich das Verfahren nicht etablieren. Nun soll es wissenschaftlich aufgearbeitet werden.

, 24. Januar 2022, 07:03
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Herr Beutler, Sie sind Allgemeinmediziner mit eigener Praxis in Thun. 2012 haben Sie «ANR», oder «Accelerated Neuro Regulation», in die Schweiz gebracht  ein medikamentöses Verfahren zur Behandlung von Opioidabhängigkeit unter Narkose. Wie kam es dazu?

Auslöser war ein Zeitungsartikel im Jahr 2011 über den israelischen Intensivmediziner André Waismann, der das ANR-Verfahren entwickelt hat. Eine Politikerin aus meinem Bekanntenkreis machte mich auf die Geschichte aufmerksam und wollte wissen, ob ich von der Behandlung Kenntnis habe. Der Artikel war spannend. Allerdings verfolgte ich das Thema nicht weiter, weil ich keine Studien dazu fand. Kurze Zeit später stellte sie mir einen Mann vor, der sich erfolgreich bei Waismann hatte behandeln lassen und seither opiatfrei lebt. Seine Story faszinierte mich.

Auf Drogenentzug können Betroffene auch in der Schweiz …

Das ist es ja gerade: Der Mann hatte schon alle möglichen Therapieformen in der Schweiz ausprobiert – ohne Erfolg. Verzweifelt und am Ende seiner Kräfte, finanzierten ihm seine Eltern eine ANR-Therapie in Israel. Der Suchtdruck sei unmittelbar nach der Behandlung wie ein Schalter umgekippt. Er sei in die Szene zurück, habe den Stoff gerochen und zugeschaut, wie sich andere die Nadel setzten. Das habe ihn nicht interessiert. Das faszinierte mich und war für mich wie eine Offenbarung.

Eine Offenbarung – inwiefern?

Es war offensichtlich, dass die ANR-Behandlung etwas in seinem Gehirn ausgelöst haben muss. In der Regel erleidet jeder Ex-Heroinabhängige, der sich der Szene derart aussetzt, einen Rückfall: Nur schon die Vorstellung des Geruchs von Heroin löst feuchte Hände aus. Das schaukelt sich hoch bis zur Tat – die Betroffenen können den Vorgang nicht steuern.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – oder nicht?

Das ist ein Irrtum in der Suchtmedizin. Bei einem grossen Teil der Suchtkranken ist es keine Willensfrage. Das Reissen nach Opiaten, das starke somatische körperliche Verlangen, ist nicht primär ein psychologisches Phänomen, sondern geht auf eine neurologische Störung auf Ebene der Opiatrezeptoren im Gehirn zurück. Die Herausforderung bei der Anamnese für eine ANR-Therapie ist es, die ungefähren Anteile der somatischen, also körperlichen Abhängigkeit, und der psychologischen Beweggründe, beziehungsweise das Suchtverhalten, für den Konsum abzuschätzen.

Können Sie ein Beispiel machen?

Das Neugeborene einer methadonabhängigen Mutter ist zu 99 Prozent körperlich opiatabhängig. Bei einer heroinabhängigen Person, die in der Szene lebt, dealt und keinen Beschaffungsstress hat, kann der psychologische Anteil überwiegen. In solchen Fällen haben wir eher weniger Erfolg mit unserer Behandlung.

Aus welchem Grund?

Patienten aus der Szene, die sich illegal Drogen beschaffen und von Sozialleistungen leben, suchen vor allem das Flash. Diese Menschen gehen meist auf Entzug, weil sie müde von der Drogenbeschaffung sind und sie sich so eine Verschnaufpause gönnen. Sie wollen gar nicht abstinent leben. Unsere idealen Patienten sind die, die dem Neugeborenen am nächsten kommen.

Ihre Wunschpatienten sind also Opiatabhängige, die ein mehr oder weniger normales Leben führen, arbeiten und eine Familie haben, auch wenn sie seit Jahren ihr Methadon beziehen.

Richtig, diese Menschen haben meist keinen Szenenbezug mehr und leiden an den Nebenwirkungen des Methadons, das übrigens aufgrund der EKG-Veränderungen nicht ganz ungefährlich ist. Zu unseren Wunschpatienten gehören jedoch auch Schmerzpatienten.

«Wir wollen Patienten behandeln, die ein substanzfreies Leben führen wollen. Die ANR-Erfolgsquote beim legalen Opiatabhängigen und beim Schmerzpatienten liegt zwischen 65 und 75 Prozent.»

Wunschpatienten haben Sie vermutlich nicht jeden Tag. Wie viele Konsultationen machen Sie überhaupt?

Vor der Coronakrise waren es zwischen dreissig bis hin zu fünfzig Konsultationen pro Jahr. Die Patienten können in drei Kategorien eingeteilt werden: 
  • Der illegale Drogensüchtige, 
  • der legale, substituierte Opiatabhängige und 
  • der Schmerzpatient. 
Wichtig: Wir wollen Patienten behandeln, die ein substanzfreies Leben führen wollen. Die ANR-Erfolgsquote beim legalen Opiatabhängigen und beim Schmerzpatienten liegt zwischen 65 und 75 Prozent.

Diese Patienten berichten, «ANR» beende die Sucht auf Knopfdruck. In Anbetracht dessen, dass ein «herkömmlicher» Opiat-Entzug in einer Klinik Monate bis Jahre dauern kann, klingt das beinah illusorisch.

Das dachte ich zuerst auch, bis ich mich 2011 in Israel davon überzeugen konnte. Damals flog ich mit einem vierseitigen Fragenkatalog nach Tel Aviv. Die Klinik von André Waismann befindet sich in Ashkelon, nördlich vom Gaza-Streifen. Nachdem er alle meine Fragen beantwortet hatte, sammelte ich, zurück in der Schweiz, gemeinsam mit dem SVP-Politiker Toni Bortoluzzi Geld und flog mit zwei schwer opiatabhängigen Patienten zurück nach Israel. Simon und Thomas leben bis heute drogenfrei. Ihre Erfahrungen sind in einem Film dokumentiert.

2016 dokumentierte die SRF-Sendung «Puls» zwei Fälle: Die eine Person starb später unter unklaren Umständen, die andere wurde rund fünf Jahre nach der Behandlung rückfällig. «Geldmacherei» lautete unter anderem die Kritik unter den Fachleuten.

Dass es bei den dokumentierten Personen ungut endete, warf kein gutes Licht auf das ANR-Verfahren. Leider kann es zu Rückfällen kommen. Sehr selten mussten wir Todesfälle verzeichnen. Diese jedoch nie in direktem Zusammenhang mit der Behandlung; die Ursachen waren unterschiedlich. Wie bereits erklärt: Die Erfolgsquote liegt nicht bei 100 Prozent. Tatsache ist, dass in den letzten zwanzig Jahren weltweit mehrere Tausend Patienten nachhaltig von ihrer Abhängigkeit befreit wurden. 

Was sagen Sie zur Kritik «Geldmacherei»?

ANR ist kein Geldmacherei! Unter dem Strich verdienen wir kaum etwas. Das behandelnde Spital hat einen Fixpreis – ein Restbetrag geht an mich. Dieser fliesst aber mehrheitlich in die Projektfinanzierung.

«Die wichtigste Person bei der ANR-Behandlung ist der oder die Anästhesist/in.»

Etwas salopp gefragt: Weshalb dann die Mühe? Immerhin betreiben Sie erfolgreich Ihre eigene Praxis?

Weil ich die Patienten vor und nach der Behandlung sehe. Die Erinnerung an drei Patienten aus der Heroinabgabe in Horgen beispielsweise berührt mich immer wieder aufs Neue. Sie waren Jahre lang vom Sozialdienst und von der Heroin- oder Methadonabgabe abhängig. Jahrelang mussten sie sich anhören, sie seien hoffnungslose Fälle. Keine Therapie half. Durch ANR bekamen sie ein neues Leben, einer gründete ein Firma, einer arbeitet erstmals im ersten Arbeitsmarkt und der Dritte hat ein Studium begonnen. Das ist mein Honorar! Deshalb ist ANR für mich eine Herzensangelegenheit.

Wie war Ihre erste Erfahrung mit der ANR-Therapie?

Sie war sehr spannend und eindrücklich. ANR ist keine Rezeptmedizin. Die Behandlung ist sehr dynamisch, weshalb es schwierig ist, diese in ein Studiendesign zu integrieren. Jeder Patient wird individuell behandelt. Waismann ist in Brasilien geboren. Dort praktizierte er jahrelang Medizin in einem Buschspital, wo die Ärzte nicht nur ihr Wissen und Können einsetzen, sondern auch mit Nase und Händen arbeiten.

Ein Blick auf den Monitor reicht bei dieser Behandlung also nicht aus.

Nein, die behandelnden Ärzte bleiben während der vier- bis sechsstündigen Vollnarkose beim Patienten. Die wichtigste Person bei der ANR-Behandlung ist der oder die Anästhesist/in. Eine Zusatzausbildung braucht es nicht. Die Anästhesisten benötigen jedoch ein ausgesprochenes Flair für diese Art der Behandlung.

Hauptbestandteil der Behandlung ist der Opiatantagonist Naltrexon. Ein Medikament, das in der Schweiz seit 2003 zugelassen ist. Wie wirkt es unter der Narkose?

Es bewirkt eine Blockade der Opiatrezeptoren im Körper. Ziel dieser Behandlung ist es, die Balance zwischen Rezeptoren und Endorphinen im Körper wiederherzustellen. Diese ist wegen des Konsums von Morphin, Heroin oder Methadon ausser Balance geraten. Naltrexon reguliert die Opiatrezeptoren. Dadurch verschwindet das Craving, sprich das Verlangen, was die beste Voraussetzung für ein suchtfreies Leben ist.

Der akute Entzug muss ein grosser Stress für den Körper sein.

Ja, der Anblick ist heftig. Deshalb würde ich Angehörigen niemals empfehlen, dabei zu sein. Die Patienten richten sich teils auf und bekommen Durchfall. Das ist zwar nicht gefährlich. Weil die Opiatrezeptoren im Gehirn beschleunigt blockiert und das ganze Opiatsystem so heruntergefahren wird, reagiert der Körper mit akzentuierten Entzugssymptomen und dementsprechend mit Stress. Und hier kommen die Hände und Nase ins Spiel: Eine umfassende Beobachtung der Reaktion des Körpers auf die Rezeptorblockade ist entscheidend für die Ermittlung der Dosis für den nächsten Zyklus.

Glauben Sie, ein Spital würde sich für diese Behandlungen einsetzen, wenn es sich um eine Scharlatanerie oder Hokuspokus handeln würde?

Nase und Hand auflegen – klingt schon ein wenig nach Hokuspokus.

Das ist es sicher nicht. Wir behandeln seriös und haben inzwischen sehr viele Erfahrungswerte. Glauben Sie, ein Spital würde sich für diese Behandlungen einsetzen, wenn es sich um eine Scharlatanerie oder Hokuspokus handeln würde? Patricia Manndorff, Chefärztin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Spitäler FMI Interlaken beispielsweise, wäre mit Sicherheit nicht auf das Projekt eingestiegen.

Der Anästhesist ist die wichtigste Person. Was genau ist Ihr Job?

Ich informiere die Interessenten ausführlich über das Verfahren, mache die Anamnese, sowie allfällige Voruntersuchungen und bin für die Nachbehandlung der Patienten zuständig. Auch die Finanzierung gehört zu meinem Job. Bei Patienten, die die Behandlung nicht selber finanzieren können, treten wir mit Stiftungen in Kontakt. Die Betreuung danach kann sehr herausfordernd sein. Der Patient muss in den ersten Tagen nach der Behandlung lernen, mit der neuen Situation klar zu kommen.

Wie kann ich mir das vorstellen?

Etwas vereinfacht erklärt: Wir Menschen sind gerne in der Balance. Wird bei einer Waage das Gewicht von einer Seite schnell herunter genommen, fängt die andere an zu schaukeln. Opiate sind verantwortlich für die Regulation von Schmerz, Angst und Schlaf – das alles gerät ausser Balance in den ersten Tagen. Durchfall und psychische Instabilität können zum Beispiel Nebenwirkungen sein. Deshalb betreue ich die Patienten nach der Therapie fünf Tage lange sehr engmaschig. Danach folgt eine medikamentöse Behandlung mit Naltrexin, die zwölf bis achtzehn Monate dauern kann. Es ist eine Medizin, die nicht im Schulbuch steht.

Für diesen Eingriff braucht es weder eine Zusatzausbildung noch ist sie Bestandteil des Medizinstudiums. Hinzu kommt, dass es nach wie vor keine Studien dazu gibt. Trotzdem ist das Verfahren in der Schweiz zugelassen. Wie geht das?

Ja, wir haben keine offizielle Zulassung. Diese benötigen wir auch nicht, solange wir uns streng an die ärztlichen Sorgfaltskriterien halten. Ausserdem wurden die kantonalen Behörden anlässlich einer Sitzung in Bern informiert. Bei ANR handelt es sich formaljuristisch um sogenannte individuelle Heilversuche. 

Das heisst?

Wir informieren den Patienten, dass wir das Medikament Naltrexin «off label» verwenden. Wir, also das Team ANR Schweiz, haben bei Waismann gelernt. Er kam während sechs Jahren für zahlreiche Behandlungen in die Schweiz. Zwischen 2012 und 2018 wurden in der Schweiz 130 Behandlungen durchgeführt. Diese wurden retrospektiv ausgewertet, anlässlich des 21. Internationalen Suchtkongresses in München 2019 präsentiert und in «Suchtmedizin» publiziert. Eine prospektive wissenschaftliche Begleitung wird aktuell aufgegleist.

Ist die lang ersehnte Studie nun in der Pipeline? 2017 kam die Studie unter der Leitung des Inselspitals Bern nicht zustande: Der Schweizerische Nationalfond wollte sich nicht an den Kosten beteiligen.

Damals war eine kontrollierte randomisierte Studie unter der Leitung von Professor Peter Jüni, Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern, aufgegleist worden. Sie scheiterte leider an der fehlenden Finanzierung. Die Pharmaindustrie zeigte nie ein Interesse und der Schweizerische Nationalfonds lehnte aufgrund überwiegend negativer Reports der konsultierten Fachleute ab. 

Eine deutliche Ablehnung  konnten Sie die Gründe nachvollziehen?

Nein, für uns war es angesichts des tadellosen Studiendesigns damals kaum nachvollziehbar. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Sicher war ein generelles Unbehagen in suchtmedizinischen Kreisen solchen Verfahren gegenüber und die in den 90er Jahren mit ernüchternden Resultaten untersuchten «Rapid Detox-Verfahren» mitunter ausschlaggebend. 

Was ist Stand der Dinge bezüglich einer neuer Studie?

Wir von ANR-Schweiz würden gerne die durchgeführten Behandlungen sauber wissenschaftlich aufarbeiten, die Patienten nochmals kontaktieren und allenfalls fehlende Daten sammeln. Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern hat grundsätzlich Interesse gezeigt, das Projekt prospektiv wissenschaftlich zu begleiten. Leider fehlen auch hier momentan die Finanzen und auch die zeitlichen Ressourcen sind aufgrund des beruflichen Engagements der Teammitglieder natürlich beschränkt. 

Die Behandlungskosten von 15'000 Franken muss der Patient aus eigener Tasche bezahlen. Die Krankenkassen kommen für das Medikament Naltrexin auf. Wollen Sie mit der Studie die Anerkennung der Krankenkassen erreichen?

Nein, das ist zu hochgesteckt. Mein primäres Ziel ist es, vom Negativkatalog der Grundversicherung wegzukommen, sodass die Krankenkassen aufgrund der Situation des Patienten entscheiden können, ob sie eine Kostengutsprache machen wollen oder nicht. Aktuell sind sie nicht dazu befugt. Das gilt vor allem für die Schmerzpatienten: der Fentanyl-Missbrauch zählt zu den schlimmsten Abhängigkeiten überhaupt.  

ANR: Der Entzug unter Narkose

ANR steht für «Accelerated Neuro Regulation» und bedeutet auf Deutsch die «beschleunigte Regulation des Nervensystems». Das ANR-Verfahren ist nicht nur ein Entzug: Es umfasst nebst dem eigentlichen Entzug eine Neuprogrammierung des Nervensystems; sprich derjenigen Hirnstrukturen, die bei der Abhängigkeit eine wichtige Rolle spielen. Das Verfahren entwickelt hat der Intensivmediziner aus Israel, Andre Waismann. Mit seinem Verfahren, das in verschiedenen Ländern praktiziert wird (unter anderem in den USA) konnten in den letzten Jahren mehrere tausend Heroin- und Methadonkonsumenten aber auch Opioid abhängige Schmerzpatienten nachhaltig von ihrer Abhängigkeit befreit werden. In der Schweiz fanden die Behandlungen von 2012 bis 2018 im Rahmen eines Pilotprojekts im Spital Interlaken unter der Federführung von Patricia Manndorff, Fachärztin Institut für Anästhesie und Intensivmedizin Spital Interlaken, statt.
Das Verfahren: Durch eine differenzierte und individuell auf den Patienten zugemessene, medikamentöse Teilblockade des Opiatrezeptorensystems im Gehirn wird das Verlangen (Craving) nach der suchterzeugenden Substanz praktisch ausgelöscht. Ziel der Behandlung ist es, das Opiatrezeptorensystem in ein möglichst natürliches Gleichgewicht zu bringen.
Die Behandlung: Der Patient wird auf einer Intensivstation hospitalisiert und durch einen erfahrenen Anästhesisten in einen Tiefschlaf versetzt. Während der vier- bis sechsstündigen Behandlung wird in individuell errechneten Zyklen ein der Opiatantagonist Naltrexin verabreicht. Dadurch wird eine Teilblockade der Opiatrezeptoren erzielt. Parallel dazu wird durch eine Ansäuerung des Stoffwechsels angestrebt, möglichst alle im Fettgewebe und im Knochen gespeicherten Opiate auszuscheiden.
Weitere Infos finden Sie hier
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Daniel Beutler in Thun. (ejo)

Zur Person:

Daniel Beutler ist Allgemeinmediziner FMH und betreibt eine Praxisgemeinschaft mit Irene Heuböck im Zentrum von Thun. Der 60-Jährige ist verheiratet und hat fünf Kinder. Ab 2015 hatte er ein Mandat im Berner Grossrat (EDU) inne. Dieses legte er zwei Jahre später nieder, weil er als Familienvater und praktizierender Hausarzt mit grossem Engagement in der Suchtmedizin dem Grossratsmandat nicht die nötige Priorität einräumen konnte. 
Seine erste Erfahrungen mit suchtkranken Menschen machte er als Assistenzarzt im Psychiatriezentrum Münsingen (1998-99) und auf seiner wöchentlichen Visite in der Drogenentzugsklinik «Marchstei» in Kehrsatz von 2009 bis 2012. Im selben Jahr initiierte er das Pilotprojekt ANR Schweiz, in dessen Rahmen zwischen 2012 und 2018 rund 130 Patienten behandelt wurden. Die 1-Jahres- Erfolgsquote beträgt im Schnitt um die 65 Prozent. Heute fungiert er als Leitender Arzt ANR Europe.
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