Viva Health: Von der Ausnahme zur Regel

Letztes Jahr konnte das neuartige Grundversicherungs-Angebot im Jurabogen die Prämien stabil halten – es war ein spannender Spezialfall. Und jetzt?

, 1. Oktober 2025 um 00:00
image
Im Zentrum des Geschehens: Das Spital in Moutier im «Réseau de l'Arc»  |  Bild: PD Swiss Medical Network
Das Réseau de l’Arc beziehungsweise das Kassenmodell Viva konnte letztes Jahr einen vielbeachteten Erfolg vermelden: Es war die einzige Grundversicherung im Land, die ihre Prämien auf 2025 nicht erhöhte.
Nun kommt der Folgetest: Wie ist denn die Entwicklung 2026?
Antwort: Eine Erhöhung konnte diesmal auch hier nicht vermieden werden.
Laut dem Visana-Rechner muss beispielsweise ein 1980 geborener Mann aus Moutier mit einer Franchise von 2500 Franken bei Viva Health künftig 338 Franken pro Monat bezahlen; bislang lag seine Grundversicherungsprämie bei 321 Franken. Das ergibt also einen Anstieg von 5,3 Prozent.
In der anderen Prämienregion des Kantons Bern (BE1) beträgt die Viva-Erhöhung 3,3 Prozent.
Zum Vergleich: Insgesamt kostet die Grundversicherung im Kanton Bern nächstes Jahr durchschnittlich 3,9 Prozent mehr.

Mehr, aber immer noch günstig

Das Modell «Viva Health» wurde von Swiss Medical Network mit Visana entwickelt. Die Privatklinik-Gruppe und die Krankenkasse sind im Rahmen einer gemeinsamen Budgetverantwortung mit Spitälern, Radiologiezentren, Arztpraxen und auch Apotheken verbunden. Die Leistungserbringer verfügen in diesem Modell über ein vordefiniertes Jahresbudget, was sie dazu motivieren soll, die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten, insbesondere auch durch mehr Engagement in der Prävention. Das Projekt startete Anfang vergangenen Jahres im Jurabogen mit dem «Réseau de l’Arc», inzwischen rollen die Partner die Idee auch in der Deutschschweiz und im Tessin aus.
Visana verweist auf die längerfristige Entwicklung – und die sei überdurchschnittlich: «Zwischen 2024 und 2026 stieg die Viva-Prämie in Bern nur um 3,9 Prozent, während der kantonale Durchschnitt bei 9,3 Prozent lag», so die Mitteilung. «In Neuenburg betrug der VIVA-Anstieg 4,7 Prozent im Vergleich zu 7,0 Prozent im Kanton und im Jura 8,3 Prozent im Vergleich zu 13,9 Prozent.»
Und alles in allem werde Viva auch im kommenden Jahr unter den günstigsten Grundversicherungen der Schweiz liegen.
  • reseau de l'arc
  • Viva
  • versicherer
Artikel teilen

Loading

Kommentar

Mehr zum Thema

image

Krankenkassen: Gezielte Empfehlungen sollen künftig erlaubt sein

Bisher dürfen Krankenversicherungen ihre Kunden nicht je nach ihrer Erkrankung über geeignete Massnahmen informieren. Das soll anders werden.

image

Gehälter von KVG-Managern «haben inakzeptable Höhen erreicht»

Die Kommission für soziale Sicherheit des Nationalrats kritisiert die hohen Gehälter einiger Krankenkassenmanagern und schlägt eine gesetzliche Deckelung vor.

image

Viva Health: Integrierte Versorgung ist harte Überzeugungsarbeit

Das Netzwerk Viva erlebte im ersten Jahr ein starkes Mitglieder-Wachstum – zuletzt aber stagnierten die Zahlen. Fabrice Zumbrunnen, der CEO von Aevis Victoria, hat eine Erklärung.

image

Swica zahlt wieder für Genfer Privatkliniken

Die anderen grossen Kassen haben sich bereits mit den Spitälern geeinigt. Nun hat auch die Swica wieder einen Vertrag für ihre Privat- und Halbprivatpatienten in drei Genfer Kliniken.

image

Assura reagiert auf gefährdete Screening-Programme

Assura lanciert ein Grundversicherungsmodell für Frauen, das gynäkologische Vorsorge sowie Brustkrebs-Screenings franchisefrei abdeckt.

image

CSS Gruppe: Nachfolge von Philomena Colatrella geklärt

Mirjam Bamberger heisst die neue CEO der CSS. Sie kommt von der AXA-Gruppe.

Vom gleichen Autor

image

Pflege bleibt Engpassberuf Nummer eins


Kaum ein Bereich sucht so intensiv nach Personal wie das Gesundheitswesen. Der neue Jobradar zeigt: Vor allem in der Pflege steigt die Zahl offener Stellen wieder in Richtung Rekordniveau.

image

Umbau beim SIWF – doch die Wartezeiten bleiben lang

Das Weiterbildungs-Institut trennt sich nun auch von Geschäftsführer Jörg Gröbli. Trotz mehr Personal und IT-Unterstützung beträgt die Bearbeitungsdauer für Facharzttitel beim SIWF weiterhin rund zwölf Monate.

image

Pflegeinitiative: Widerstand im Parlament – SBK empört

Die Gesundheitskommission des Nationalrats tritt bei der Umsetzung der Pflegeinitiative auf die Bremse. Höchstarbeitszeit, Normalarbeitszeit und Lohnzuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sollen weitgehend unverändert bleiben