Gehälter von KVG-Managern «haben inakzeptable Höhen erreicht»

Die Kommission für soziale Sicherheit des Nationalrats kritisiert die hohen Gehälter einiger Krankenkassenmanagern und schlägt eine gesetzliche Deckelung vor.

, 3. November 2025 um 13:21
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Die SGK-N prüft nach einer Initiative von Baptiste Hurni die Einführung von Höchstgehältern für Krankenkassenmanager. Bild: Screenshot/RTS
Die Debatte um hohe Managergehälter bei Krankenkassen dauert an: Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrats (SGK-N) hält die Vergütungen einiger KVG-Führungskräfte für überhöht und schlägt deshalb gesetzliche Obergrenzen vor.
Die Kommission hatte sich mit dem Thema im Anschluss an eine parlamentarische Initiative von Baptiste Hurni aus dem Jahr 2021 befasst. In einem Vorentwurf zur Änderung des Bundesgesetzes über die Aufsicht über die soziale Krankenversicherung will die SGK-N Entschädigungen deckeln, die ihrer Ansicht nach «ein unannehmbares Niveau erreicht» haben.
Der Höchstwert soll vom Bundesrat festgelegt werden, orientiert an den höchsten Löhnen innerhalb der Bundesverwaltung, unter Berücksichtigung der Versichertenzahlen und der durchschnittlichen Gesamtkosten pro Person. Gleichzeitig sollen die Transparenzregeln für Krankenkassen verschärft werden.
Der Vorentwurf wurde mit 14 zu 9 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen und wird nun – zusammen mit einem erläuternden Bericht – bis zum 13. Februar 2026 in die Vernehmlassung geschickt.

Motion eingereicht

Bereits vergangene Woche hat Nationalrätin Sophie Michaud Gigon eine Motion eingereicht, welche die Gehälter von Krankenkassenmanagern begrenzen soll. Die Regelung soll auch für andere Führungspositionen im Gesundheitswesen gelten.
Sophie Michaud Gigon begründet ihren Vorstoss mit den stetig steigenden Krankenkassenprämien. Derweil erhalte das Management der Krankenkassen Vergütungen, die deutlich über den Einkommen hoher Staatsbeamter liegen.
Beispiele aus der Praxis: Der CEO von Sanitas verdient fast eine Million Franken, die CEO der CSS rund 850'000 Franken, der Helsana-Chef über 740'000 Franken, hinzu kommen 289'000 Franken für den Verwaltungsratspräsidenten. Auch andere grosse Versicherer wie Groupe Mutuel, Assura oder Swica zahlten ähnliche Summen, wird in der Motion aufgeführt.

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