Studie: Ärzte brauchen mehr «Zeit für sich»

Arbeiten, essen, schlafen. Dabei kann schon halbe Stunde aktiver Erholung pro Tag einem Burnout vorbeugen.

, 2. August 2016, 15:11
image
  • arbeitswelt
  • studie
Ärzte, die am Beginn ihrer Karriere stehen, arbeiten manchmal fast rund um die Uhr. Dies ist weder zum Wohl des Arztes noch zum Wohl der Patienten. Eine US-Studie hat das Arbeits- und Freizeitverhalten von jungen Ärzten untersucht und empfiehlt, täglich etwa eine halbe Stunde einer Beschäftigung nachzugehen, die nichts mit der Arbeit zu tun hat. Mit aktiver Erholung, so das Fazit, könnten die Ärzte ihrem Job besser gerecht werden. 

38 Ärzte untersucht

Die Wissenschaftler untersuchten die Arbeits- und Freizeitgewohnheiten von 38 Ärzten in einem US-Ausbildungsspital sowie ihre Erholungsbedürfnisse. Die Teilnehmer qualifizierten die Tätigkeiten je nachdem, ob sie Energie spendeten oder frassen. 63 Prozent waren männlich, das Durchschnittsalter lag bei 29 Jahren. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug 80 Stunden. 

Sport ist erholsamer als Fernsehen

Es zeigte sich, dass die Ärzte weit mehr Zeit für die Arbeit aufwendeten als für Schlafen und Freizeitbeschäftigung. Sogar Essenszeiten wurden in der Regel zum Arbeiten verwendet. Tatsächlich gab es kaum Zeiten, in der die Ärzte nicht einer Tätigkeit nachgingen, die keinen Bezug zur Arbeit hatte. 
Die meisten hatten Mühe abzuschalten und bevorzugten eher passive Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen anstatt aktive Freizeitbeschäftigungen wie Spiel oder Sport. Dabei wurden genau die aktiven Freizeitbeschäftigungen als besonders erholsam beschrieben. Alles in allem unternahmen sie zu wenig, um die Batterien aufzuladen. 

Eine halbe Stunde täglich reicht

Aktive Erholung ist laut der Studie als der beste Weg, Energie zu tanken. Wichtig ist, dass es sich um eine Beschäftigung handelt, die nichts mit der Arbeit zu tun hat. Gemäss Autorin Nicole Cranley, derzeit an der University of North Carolina at Chapel Hill, reicht eine halbe Stunde pro Tag bereits für die Regeneration. 
Studie:
Nicole M. Cranley, Christopher J.L. Cunningham, Mukta Panda: «Understanding time use, stress and recovery practices among early career physicians: an exploratory study» - in: «Psychology, Health and Medicine», Juli 2016
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden Klinik, St. Anna Luzern: optimale Bedingungen für berufstätige Mütter und Väter

Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird an der Hirslanden Klink St. Anna Luzern viel getan. Für Andrea Joller, Pflegefachfrau und Expertin Notfallpflege, stand deshalb nach der Geburt ihres ersten Kindes fest, dass sie mit einem reduzierten Pensum an ihren Arbeitsplatz zurückkehren wird.

image

Diese beiden Solothurner bauen die neue Abteilung Plastische Chirurgie auf

Die Solothurner Spitäler AG baut ein eigenes Angebot im Bereich der Plastischen Chirurgie auf. Die Leitung übernehmen Claudia Pia Fischlin und Christian Tschumi.

image

Wetzikon: Jürg Schneider verlässt das Spital nach 28 Jahren

Am GZO Spital Wetzikon kommt es zum Chefarztwechsel: Die Leitung der Frauenklinik wird Alexandra Kochanowski übernehmen.

image

Führungswechsel: Das ist der neue Mister Generika

Der bisherige Geschäftsführer von Intergenerika, Axel Müller, übergibt sein Amt an den Schweizer Pharma-Manager Lucas Schalch.

image

PWC: «Tariferhöhungen sind unausweichlich»

Die positiven finanziellen Entwicklungen der Spitäler werden laut PWC durch die Folgen der hohen Inflation überschattet.

image

«Höherer Lohn» und «geringere Arbeitsbelastung» – so wirbt das Ausland für Luzerner Stellen

Die Luzerner Spitäler und die Psychiatrie sind auf ausländisches Fachpersonal angewiesen. Dieses wird teilweise durch Spezialisten im Ausland rekrutiert.

Vom gleichen Autor

image

Pflege: Zu wenig Zeit für Patienten, zu viele Überstunden

Eine Umfrage des Pflegeberufsverbands SBK legt Schwachpunkte im Pflegealltag offen, die auch Risiken für die Patientensicherheit bergen.

image

Spital Frutigen: Personeller Aderlass in der Gynäkologie

Gleich zwei leitende Gynäkologen verlassen nach kurzer Zeit das Spital.

image

Spitalfinanzierung erhält gute Noten

Der Bundesrat zieht eine positive Bilanz der neuen Spitalfinanzierung. «Ein paar Schwachstellen» hat er dennoch ausgemacht.