Je spezialisierter der Arzt, desto sicherer der Eingriff

Operiert ein hochspezialisierter Chirurg, sinkt bei zahlreichen Eingriffen das Sterberisiko für den Patienten: Neue Daten liefern neuen Stoff für die Debatte um Mindestfallzahlen.

, 25. Juli 2016, 04:10
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Patienten haben ein geringeres Sterberisiko, wenn ihre Chirurgen einen hohen Spezialisierungsgrad für den Eingriff vorweisen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die jetzt im «British Medical Journal» (BMJ) veröffentlicht wurde. 
Die Forscher – mehrheitlich von den US-Universitäten in Harvard und Dartmouth – sammelten Daten zu über 25'000 Chirurgen, die einen von acht Eingriffen an fast 700'000 Patienten vorgenommen hatten; bei den Patienten handelte es sich um Amerikaner im Alter von mindestens 66 Jahren.

Routine ebenfalls wichtig

Konkret beobachtet wurden vier Arten von kardiovaskulären Eingriffen und vier Tumorresektionen. Bei allen vier Herz-Kreislauf-Eingriffen und bei der Hälfte der Krebs-Operationen war der Spezialisierungsgrad des Chirurgen laut der Studie ein «wichtiger Prädiktor» für das Sterberisiko des Patienten auf dem Operationstisch. Und zwar unabhängig davon, wie häufig der Chirurg den Eingriff zuvor bereits vorgenommen hatte.

Fazit: Bei der Wahl eines Chirurgen, so die Verfasser, empfiehlt es sich für Patienten oder zuweisende Ärzte auch zu beachten, wie häufig ein Chirurg einen Eingriff durchgeführt hat – und wie hoch sein Spezialisierungsgrad ist.

Nikhil R Sahni, Maurice Dalton, David M Cutler et al.: «Surgeon specialization and operative mortality in United States: retrospective analysis», in: «British Medical Journal», Juli 2016. 

Der Aspekt, dass die Erfahrung mit der Sicherheit korreliert, ist ja in den Fallzahlen-Debatten sehr präsent. Bekanntlich wollen mehrere Kantonsregierungen – insbesondere die von Zürich und Bern – für diverse Operationen Mindestfallzahlen einführen; dies unter anderem mit dem Verweis darauf, dass solche Grenzen die Sicherheit steigern. 
Dies weckt auch Kritik seitens der Ärzte. Wobei ein wichtiges Argument lautet, dass die Erfahrung des Operateurs entscheidend ist – nicht aber die Häufigkeit, mit der ein Eingriff an einem bestimmten Spital ausgeführt wurde beziehungsweise jährlich wird. 
(Bild: Flickr CC)
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