St. Gallen: Was Studierende über den «Medical Master» denken

Eine Umfrage bestätigt das Interesse der Medizinstudierenden für einen «Medical Master» in St. Gallen. Doch es gibt auch Vorbehalte.

, 4. August 2016, 07:17
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Wie denken Medizinstudierende über die St.Galler Pläne, ab Herbst 2020 einen «Medical Master» anzubieten? Um dies herauszufinden, hat die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) im Auftrag des Kantons 307 Medizinstudierende aus dem Kanton St. Gallen befragt, 127 haben geantwortet. 
Das «St. Galler Tagblatt» hat die wichtigsten Resultate zusammengetragen:

  • 55 Prozent aller Teilnehmenden wären bereit, nach ihrem Bachelor-Abschluss für den Master nach St.Gallen zu wechseln.
  • 44 Prozent aller Teilnehmenden zeigen Interesse an Vertiefungen in Führungs- und Organisationsfähigkeiten. Hier könnte die Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen (HSG) die Attraktivität des Studiengangs erhöhen.
  • 90 Prozent schätzen die Attraktivität eines Medizin-Studiengangs in St.Gallen als hoch ein. Dabei seien vor allem Praxisnähe und die Einbindung ins Kantonsspital – das unter Studierenden einen «exzellenten Ruf» geniesse – ausschlaggebende Faktoren.
  • Ebenso spiele die Herkunft der Studierenden eine Rolle. Wer hier aufgewachsen sei, für den sei St.Gallen als Studienort attraktiv.
  • Soziales Netz spricht dagegen: Viele würden sich gegen ein Masterstudium in St.Gallen entscheiden. Dies, weil sie sich während ihrer Bachelor-Jahre gut in ihren Universitätsstädten einleben.
  • Viele würden zudem von einer Rückkehr nach St.Gallen absehen, weil der Übertritt diverse organisatorische und inhaltliche Ungewissheiten birgt.

In St. Gallen sollen ab Herbst 2020 40 Master-Studienplätze in Humanmedizin angeboten werden. Dies ist das Ziel des Projekts «Medical Master» der St.Galler Regierung. Das Kantonsspital St.Gallen und die Universität St. Gallen (HSG) sollen den Lehrgang gemeinsam anbieten, eventuell zusammen mit der Universität Zürich. 
Aber auch andere Universitäten bauen Masterlehrgänge auf. Mehr über den Stand der Pläne erfahren Sie hier

 

 

 

 

Siehe auch: Medizinstudenten warnen vor mehr Medizinstudenten




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