St. Gallen schiebt «Heilungen» für Homosexuelle den Riegel

Sogenannte Konversionstherapien durch Coaches, Geistliche und Sexualberaterinnen sind in der Schweiz immer noch erlaubt. Der Kanton St. Gallen will diese nun verbieten.

, 25. April 2022, 09:48
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Letzte Woche hat der Kanton St. Gallen einer Motion von GLP-Kantonsrat Andreas Bisig deutlich zugestimmt, Konversionstherapien zu verbieten. Für Bisig handelt es sich dabei um gefährliche Pseudo-Behandlungen. Wie viele in der Schweiz durchgeführt würden, sei nicht bekannt. Mit seiner Motion zielte er vor allem auf eine abschreckende Wirkung ab. 
Anklang findet der Vorstoss in verschiedenen politischen Lagern. Mathias Müller (Die Mitte) ist der Meinung, dass Konversionstherapien Grund- und Menschenrechte schwer verletzen. Und während es sogar bei der SVP- und der FDP-Fraktion diverse Ja-Stimmen gab, zeigte sich die EVP mit einer Enthaltung und einer Nein-Stimme kritisch. 
Für Ärztinnen und Ärzte oder Psychotherapeuten sind solche «Behandlungsmethoden» bereits verboten. Für Coaches, Sexualberaterinnen oder Geistliche gab es allerdings bislang keine  Regelung.

Basel-Stadt will schweizweites Verbot

Konversionstherapien sind nicht nur in St. Gallen umstritten. Der Kanton Basel-Stadt sprach sich bereits letzten Sommer für ein Verbot aus und forderte ein solches auch für die ganze Schweiz. Ein entsprechendes Verbot soll per Standesinitiative auch auf Bundesebene behandelt werden, berichtet das «Regionaljournal» am Wochenende.
In Deutschland sind diese dubiosen Therapien seit 2020 landesweit verboten. Zahlen zu Fällen seien weiterhin ziemlich unbekannt. Fachleute gehen gemäss «Regionaljournal» von wenigen Fällen in der Schweiz aus. Der Begriff der Konversionstherapien falle meistens im Zusammenhang mit fundamentalistischen Glaubensgruppen.
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