Spital Uster: Fast doppelt so hohes Defizit wie im Vorjahr

Das Spital Uster machte im Pandemie-Jahr 2020 ein Minus von 13,4 Millionen Franken. Sowohl die Zahl der Patienten im stationären als auch im ambulanten Bereich gingen zurück.

, 6. Mai 2021 um 07:20
image
  • jahresabschluss 2020
  • spital uster
  • spital
Die Rechnung 2020 des Spitals Uster weist ein Defizit von rund 13,4 Millionen Franken aus. Im Vorjahr belief sich der Verlust auf rund 6,8 Millionen Franken. Der Betriebsertrag ging von rund 159 Millionen Franken zurück auf rund 154,5 Millionen Franken. Die Ebitda-Marge betrug -3,9 Prozent (2019: 0,1 Prozent). Bei einer Ebitda-Marge von unter 10 Prozent ist die nachhaltige Sicherung des Unternehmens gefährdet. 
Die Gründe für den Rückgang der Erträge von rund 4,5 Millionen Franken seien vielschichtig, heisst es im Jahresbericht. So ging etwa die Zahl der ambulanten Besuche zurück: Mit 49 420 Patienten verzeichnete das Spital 1310 weniger Patienten als im Vorjahr. Auch die Zahl der stationären Aufenthalte ist gesunken – um 5,9 Prozent auf 9 628 Patienten. Im vergangenen Jahr wurden im Spital Uster insgesamt 59 048 Patienten behandelt.

Abbruch der Fusionspläne fällt nicht ins Gewicht

Das Operationsverbot im Frühjahr sowie die zweite Welle im Herbst führten, wie bei anderen Spitälern und Kliniken, zu Ertragsausfällen und Mehrkosten. Letztere hätten jedoch durch die Sparmassnahmen und Optimierungen im operativen Betrieb – die bereits im 2019 beschlossen und im 2020 umgesetzt wurden – etwas abgefedert werden können, steht im Geschäftsbericht. Der unerwartete Abbruch der Fusionspläne mit dem GZO Spital Wetzikon (Medinside berichtete) hingegen habe sich nicht auf die Entwicklung von Erträgen und Aufwendungen ausgewirkt. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

GZO Spital Wetzikon: Schon redet man von «alternativen Nutzungen» 

Der Neubau ist zu fast drei Vierteln fertig – nun sprang der Generalunternehmer Steiner AG ab. Wie also weiter?

image

Spital Wetzikon: Und noch ein GL-Mitglied weniger

Letzte Woche Urs Eriksson, heute Judith Schürmeyer – wieder hat ein Geschäftsleitungs-Mitglied das GZO Spital verlassen. Interimistisch übernimmt Susanna Oechslin.

image

Spital-Roboter: Science Fiction oder schon bald Normalität?

Indoor-Roboter können das Pflegepersonal entlasten und die Wirtschaftlichkeit im Spital verbessern. Semir Redjepi, Head of Robotics der Post im Interview.

image

Spital-CEO wird Präsident der Krebsliga Bern

Kristian Schneider übernimmt das Amt zusätzlich zu seiner Funktion als CEO des Spitalzentrums Biel.

image

KSOW: Stabile Patientenzahlen, höhere Erträge

Fachkräftemangel, Teuerung und starre Tarife – diese Faktoren brachten 2023 auch das Kantonsspital Obwalden in den roten Bereich.

image
Die Schlagzeile des Monats

«Es braucht einen runden Tisch fürs Gesundheitswesen»

In unserer Video-Kolumne befragt François Muller Persönlichkeiten aus der Branche zu aktuellen Fragen. Diesmal: Thierry Carrel.

Vom gleichen Autor

image

«Ich brauchte nach der Pause mindestens drei Jahre»

Daniela Fürer arbeitete rund eineinhalb Jahre als Intensivpflegefachfrau, dann wurde sie Mutter und machte eine lange Pause – bis zum Wiedereinstieg.

image

Quereinstieg Pflege: Hunger auf beruflichen Neubeginn

Der Rucksack von Annette Gallmann und Peter Kienzle ist gefüllt mit allerhand Arbeits- und Lebenserfahrung. Die 47-jährige Gastronomin und der 52-jährige Art Director machen die Ausbildung HF Pflege.

image

Hat das Stethoskop auf Arztfotos seine Berechtigung?

Ärztinnen und Ärzte werden fast immer mit einem Stethoskop um den Hals abgelichtet. Braucht’s das? Und: Ist das medizinische Diagnoseinstrument überhaupt noch zeitgemäss?