Wie viel ein ausgedientes Spital in der Schweiz kostet

Der Kanton Wallis will das Spitalgebäude in Visp für einen zweistelligen Millionenbetrag verkaufen. Doch der Marktwert wäre viel höher.

, 30. April 2019 um 12:22
image
  • spital
  • spital visp
  • wallis
Schon länger ist die Umnutzung des heutigen Spitals Visp bekannt: Der Kanton Wallis will das Spital als Gesundheitszentrum neu aufblühen lassen, vor allem aber auch als Alters- und Pflegeheim. 
Am Dienstag hat der Kanton nun erstmals eine Verkaufssumme genannt: knapp 12 Millionen Franken soll der Gebäudekomplex kosten. Dies geht aus einem Schatzungsbericht hervor, wie der Kanton am Dienstag mitteiltAls Käufer kommen ein regionaler Gemeindeverband in Frage oder die Gemeinde Visp alleine.

Weitere Bauten möglich

Als mögliche öffentliche Dienstleister im umgenutzten Spital nennt der Kanton nebst dem Altersheim mit 75 Betten, betreute Wohnungseinheiten mit 16 Betten für ältere Menschen mit einer Beeinträchtigung, eine Kita, der sozialmedizinische Dienst sowie eine Gruppenpraxis für Ärzte und Physiotherapeuten.
Auf dem aktuellen Parkplatz könnten zudem zwei Wohngebäude mit einer Tiefgarage, die auch durch das Hauptgebäude genutzt werden könnten, errichtet werden, heisst es weiter. Noch Ende 2015 hielt sich hartnäckig das Gerücht, die Privatklinikgruppe Hirslanden hätte Interesse am Spital Visp ab 2025.

Preis für Privatanbieter viel höher

Für Dritte wäre der Verkaufspreis als Marktwert viel höher, sagt Staatsrätin Esther Waeber-Kalbermatten, Vorsteherin des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur (DGSK). Zu den Kaufkosten von 12 Millionen Franken kommen rund 38 Millionen Franken Umbaukosten, wovon der Kanton rund fünf Millionen Franken übernehmen dürfte.
Die Arbeiten für die Umnutzung des Spital Visp sind für 2025 vorgesehen, sobald die Spitaltätigkeit von Visp nach Brig verlegt worden ist. Das Gesundheitszentrum Visp dürfte demnach 2028 in Betrieb gehen. Der Staatsrat hatte 2014 beschlossen, die gesamte Spitaltätigkeit im Oberwallis am Standort Brig zusammenzulegen.

Kantonsparlament muss grünes Licht geben

Bevor dieser Grundsatzentscheid seine Gültigkeit erhält, muss der Walliser Grosse Rat dem Verkaufspreis sowie der veränderten Zusammensetzung des Spital Wallis mit der Schliessung des Standorts Visp zustimmen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

USZ macht Verlust von 49 Millionen Franken

Verantwortlich dafür sind unter anderem inflations- und lohnbedingte Kosten. Zudem mussten Betten gesperrt werden.

image

Auch das KSW schreibt tiefrote Zahlen

Hier betrug das Minus im vergangenen Jahr 49,5 Millionen Franken.

image

...und auch das Stadtspital Zürich reiht sich ein

Es verzeichnet einen Verlust von 39 Millionen Franken.

image

Kantonsspital Olten: Neuer Chefarzt Adipositaschirurgie

Urs Pfefferkorn übernimmt gleichzeitig die Führung des Departements Operative Medizin.

image

SVAR: Rötere Zahlen auch in Ausserrhoden

Der Einsatz von mehr Fremdpersonal war offenbar ein wichtiger Faktor, der auf die Rentabilität drückte.

image

Wie relevant ist das GZO-Spital? Das soll das Gericht klären.

Das Spital in Wetzikon zieht die Kantonsregierung vors Verwaltungsgericht – und will belegen, dass es unverzichtbar ist.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.