Santésuisse beantragt tiefere Preise für medizinische Hilfsmittel

Der Verband der Krankenversicherer will bei Inkontinenzprodukten, Geräten für die Blutzuckermessung und Beatmungsgeräten 34 Millionen Franken sparen.

, 21. April 2017, 14:40
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Santésuisse hat laut einer Mitteilung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Antrag für Preissenkungen von medizinischen Hilfsmitteln eingereicht.
Der Verband stützt seine Forderung auf einen Ausland-Preisvergleich mit Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Österreich. 

34 Millionen sparen

Für Inkontinenzprodukte - Einlagen und Katheter - beträgt das Sparpotenzial laut Santésuisse 16,9 Millionen Franken im Jahr. Im Jahr 2015 vergüteten die Krankenkassen dafür rund 70 Millionen Franken. 
Produkte für die Messung des Blutzuckergehaltes kosteten die Kassen 2015 rund 107 Millionen Franken. Bei dieser Kategorie sieht Santésuisse ein Sparpotenzial von 13,4 Millionen Franken. 
Zu hoch sind in den Augen des Verbandes auch die Mietpreise für Beatmungsgeräte. Die Kosten für die Kassen für diese Geräte beliefen sich auf 10 Millionen Franken. Mit einer vom Bund veranlassten Senkung will Santésuisse 3,2 Millionen Franken sparen.

Total 550 Millionen Franken

Die Kassen sind laut Santésuisse dazu gezwungen, nur in der Schweiz gekaufte Mittel und Gegenstände zu vergüten. Für die Produkte sind Höchstvergütungspreise festgelegt. 
Insgesamt vergüten die Kassen pro Jahr rund 550 Millonen Franken für von Ärzten und Ärztinnen verschriebene medizinische Mittel und Gegenstände.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hatte vor einem Jahr angekündigt, die Liste der Hilfsmittel und Gegenstände, die Kassen vergüten müssen, zu überarbeiten. 
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