Rehospitalisationen: Das sind die aktuellen Zahlen

Bei 31 Schweizer Spitälern kam es 2019 zu mehr Wiedereintritten, als gemäss Patientenmix zu erwarten war. Das zeigen die Analyseergebnisse des ANQ.

, 7. Oktober 2021, 09:15
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Die Analyseergebnisse zu den potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen 2019 entsprächen «weitgehend» dem Vorjahr, schreibt der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) in seiner Medienmitteilung. Anhand der «Medizinischen Statistik der Krankenhäuser» des Bundesamtes für Statistik (BFS) untersuchte der ANQ rund 837’000 Hospitalisationen in 191 Spitälern und Kliniken.
2019 lag die beobachtete Rehospitalisationsrate über alle untersuchten Spitäler und Kliniken hinweg bei 4,7 Prozent – die erwartete Rate betrug 4,5 Prozent. Das Verhältnis der beiden Raten entsprach mit 1,04 dem Niveau der Vorjahre (2018: 1,03 / 2017: 1,04 / 2016:1,05).

Deutlich mehr Wiedereintritte im Jahr 2016

Liegt das Verhältnis der erwarteten Rehospitalisationsrate und der tatsächlich beobachteten Rate signifikant über 1, bewegt sich die Institution über der Norm. Im Jahr 2019 wiesen 31 Spitäler und Kliniken bzw. Standorte Raten ausserhalb der Norm auf (siehe Grafik, rote Dreiecke). Das sind etwas mehr als im Jahr 2018 (26 Spitäler/Kliniken), ähnlich viele wie 2017 (33 Spitäler/Kliniken) und deutlich weniger als 2016 (47 Spitäler/Kliniken).
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Verhältnis der Raten (beob./erw.) nach Anzahl auswertbarer Austritte/Jahr. (Screenshot Nationaler Vergleichsbericht ANQ)
Der grösste Anteil an Rehospitalisationen erfolgte 2019 – ähnlich wie in den Vorjahren – in der ersten oder zweiten Woche nach Austritt. Es scheine sich somit um ein generelles Muster zu handeln, schreibt der ANQ, was konkrete Massnahmen erlauben würde. 

«Gewisser Trend»

Wie in den beiden Vorjahren ist die Rate der potentiell vermeidbaren Rehospitalisationen am kleinsten bei normaler Aufenthaltsdauer und deutlich höher bei kürzer respektive länger als erwarteten Aufenthalten. Die Rate sei im Vergleich zu den beiden Vorjahren erneut leicht ansteigend und scheine einen gewissen Trend abzuzeichnen, so die Qualitätsinstitution. 
Spitäler mit erhöhten Raten können ihre Wiedereintritte hier genau untersuchen. Der Nationale Vergleichsbericht enthält neben der Datenauswertung auch Empfehlungen, wie die Institutionen die Gründe für eine erhöhte Rate analysieren und welche Verbesserungsmassnahmen sie ergreifen können. 
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