Palliaviva übernimmt die mobilen Palliative-Care-Teams

Für die palliative Versorgung der Stadt und der Region Winterthur konnte mit Palliaviva eine Lösung gefunden werden. Damit ist Palliaviva nun neu in sechs Regionen präsent.

, 21. Juli 2022 um 13:12
image
  • palliativmedizin
Ab 1. Oktober 2022 wird Palliaviva die ambulanten spezialisierten Palliative-Care-Leistungen vom Verein Palliative Care Winterthur-Andelfingen übernehmen. Der Trägerverein der mobilen Palliative-Care-Teams Winterthur (MPCT) wird per Ende September aufgelöst. Die Stadt Winterthur wird einen entsprechenden Vertrag mit der Stiftung unterzeichnen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. 
Die Stiftung Palliaviva stellt voraussichtlich drei Pflegende des MPCT an – zwei Personen gehen in Pension. Mit der Auflösung des Vereins endet zudem die Aufgabe von Christoph Schürch, Gründer und erster Präsident des Vereins sowie Leiter des MPCT. 

Wurde den Anforderungen nicht mehr gerecht

Nebst wirtschaftlichen Gründen sind auch betriebliche Faktoren für die neue Lösung ausschlaggebend: Etwa die 24-Stunden-Erreichbarkeit in einem kleinen Team, die komplexer werdenden Pflegesituationen zu Hause sowie die steigenden Anforderungen an ein spezialisiertes Palliative-Care-Team.
«Die Form des Vereins mit seinem ehrenamtlichen Vorstand als Träger und Arbeitgeber ist nicht mehr zeitgemäss und nicht mehr geeignet, um den Anforderungen an einen hochprofessionell geführten Betrieb gerecht zu werden», sagt Brigitte Trechsel, Präsidentin des Vereins. Der Vorstand sei dankbar für diese «gute» Lösung mit Palliavia. 

Pionier für die Pflege und Betreuung zu Hause

Die Organisation Palliaviva mit Sitz in Zurich-Oerlikon betreibt in fünf Regionen in der westlichen Hälfte des Kantons dezentrale Stützpunkte. Die Region Winterthur wird nun als sechste Region dazukommen. 
Palliaviva, bis 2019 Onko Plus, wurde vor über 30 Jahren von Pflegefachfrauen als gemeinnützige Stiftung namens «Pflegedienst für Krebspatienten» gegründet. Ihr Ziel war damals, krebskranken Menschen die spezialisierte Pflege und Betreuung zu Hause zu ermöglichen.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Luzerner Palliativ-Pionier erhält Anerkennungspreis

Rudolf Joss hat sich stets für die Würde am Lebensende eingesetzt. Dafür wurde der Onkologe nun ausgezeichnet.

image
Gastbeitrag von Yvonne Gilli

«Das Leben wird nicht um jeden Preis verlängert»

Die FMH-Präsidentin wehrt sich gegen den Eindruck, dass am Lebensende viele verzichtbare Behandlungen durchgeführt werden.

image

Die verzerrte Darstellung der Palliativmedizin

Auf Agenturfotos wird zu schön gestorben: Das vermittle ein falsches Bild vom Tod, sind Experten überzeugt.

image

Plakatkampagne wirbt für vergessenes Spital

Das Spital Altstätten wirbt mit einer Plakatkampagne dafür, dass es noch besteht. 2027 ist dann aber Schluss, das Spital wird geschlossen.

image

Kinderhospiz – nicht nur ein Ort für den letzten Lebensabschnitt

In der Schweiz entstehen derzeit drei Kinderhospize. Dabei steht weniger der letzte Lebensabschnitt eines Kindes im Fokus – vielmehr sollen betroffene Familien entlastet werden.

image

Nationalrätin wird Präsidentin der Palliativ-Gesellschaft

Sie ist Pflegefachfrau und war Zuger Regierungsrätin. Nun kümmert sich Manuela Weichelt um Medizin am Lebensende.

Vom gleichen Autor

image

Arzthaftung: Bundesgericht weist Millionenklage einer Patientin ab

Bei einer Patientin traten nach einer Darmspiegelung unerwartet schwere Komplikationen auf. Das Bundesgericht stellt nun klar: Die Ärztin aus dem Kanton Aargau kann sich auf die «hypothetische Einwilligung» der Patientin berufen.

image

Studie zeigt geringen Einfluss von Wettbewerb auf chirurgische Ergebnisse

Neue Studie aus den USA wirft Fragen auf: Wettbewerb allein garantiert keine besseren Operationsergebnisse.

image

Warum im Medizinstudium viel Empathie verloren geht

Während der Ausbildung nimmt das Einfühlungsvermögen von angehenden Ärztinnen und Ärzten tendenziell ab: Das besagt eine neue Studie.