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«Nur mit mutigen Schritten kommen wir weiter.»

Eine besonders positive Entwicklung kann die Lindenhofgruppe in der Urologie verzeichnen. Sie gehört zu den rasch wachsenden Disziplinen, insbesondere was die Behandlung von Krebserkrankungen angeht.

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Nach Erweiterung des Teams der Fachärztinnen und -ärzte für operative Urologie baute die Lindenhofgruppe am Lindenhofspital den Leistungsschwerpunkt Urologie aus.
Mit einer urologischen Fachabteilung und gezielt auf Urologie ausgebildeten Pflegefachpersonen legt die Berner Spitalgruppe einen starken Fokus auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit urologischen Beschwerden. Ein Gespräch mit Dr. med. Dominik Böhlen, FMH Urologie, und Beat Weibel, Leiter Pflege urologische Abteilung, über Mut, das starke Miteinander zwischen Ärzten und Pflegefachpersonen und warum es Männern immer noch schwerfällt, über Vorsorge zu sprechen.
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Beat Weibel

Wie hat sich die Urologie der Lindenhofgruppe in den letzten Jahren entwickelt?

Dominik Böhlen: Zusammen mit anderen Kollegen hatte ich die Vision, eine Schwerpunktabteilung Urologie aufzubauen. Am Spital, in dem wir damals als Belegärzte arbeiteten, war das nicht möglich. Deshalb habe ich im Jahr 2012 den Mut gefasst, der Lindenhofgruppe unsere Idee zu präsentieren. Die Spitalverantwortlichen und die ansässigen Urologen begrüssten diese Stossrichtung. Daraufhin wurden die notwendigen weiteren Schritte eingeleitet.

Wie wurden Sie in diesem Projekt von der Lindenhofgruppe unterstützt? Ist die Schwerpunktabteilung in einem konstruktiven Miteinander zustande gekommen?

Beat Weibel: Das kann man sagen. Einerseits braucht es eine strategische Ausrichtung, andererseits übergeordnete Prozesse, die überwacht und gesteuert werden müssen. Daneben existiert in der Lindenhofgruppe aber auch eine Vertrauenskultur, in der wir Pflegefachpersonen entschlossen und selbstbestimmt eigene Themen übernehmen und die Richtung vorgeben können. Das stärkt das Verantwortungsgefühl.
Dominik Böhlen: Natürlich sind einzelne Entscheide auch für uns Ärztinnen und Ärzte nicht immer einfach. Wir müssen uns auf neue Bedingungen einstellen. Einerseits ist es bequemer, sich im alten Fahrwasser zu bewegen, andererseits kommen wir nur mit neuen, beherzten Schritten weiter.

Was bedeutet Qualität in der Urologie für Sie?

Dominik Böhlen: Qualität ist eine Frage der Kultur. Wie begrüsse ich die Patientinnen und Patienten? Wie lange muss sie oder er warten? Wie betreue ich die Betroffenen? Ist meine Abklärung effizient und persönlich? Wir als Ärztinnen und Ärzte fühlen uns für die Patientin, den Patienten verantwortlich und geben stets unser Bestes in der Behandlung.
Beat Weibel: In der Pflege gibt es genau gleich wie bei der ärztlichen Betreuung einen roten Faden. Wir wollen die Patientinnen und Patienten gut betreut nach Hause entlassen. Dies erfolgt immer in Rücksprache mit der behandelnden Ärztin und dem behandelnden Arzt. Obwohl die durchschnittliche Dauer von Spitalaufenthalten gesunken ist, liegt die Rehospitalisationsrate auf unserer Abteilung ausserordentlich tief.

Erhalten Sie Feedback von Patientinnen und Patienten?

Beat Weibel: Manchmal kommen Patientinnen und Patienten nach Austritt spontan auf die Abteilung, um uns zu danken, andere senden uns persönliche Dankesschreiben. Das ist sehr motivierend. Gleichzeitig wissen wir, dass unser Entwicklungspotenzial noch nicht ausgeschöpft ist und wir uns weiterentwickeln müssen.
Dominik Böhlen: In der Regel hören wir sehr positive Rückmeldungen von den Patientinnen und Patienten. Dies ist unter anderem auch der Schwerpunktabteilung Urologie zu verdanken.

Inwiefern ist das Pflegepersonal der Schwerpunktabteilung Urologie besonders?

Beat Weibel: Hohe Kompetenz und vertieftes Wissen ermöglichen uns, komplexe urologische Krankheitsbilder zu erkennen und zu verstehen. Beispielsweise haben wir einen Qualitätszirkel auf der Abteilung etabliert. Regelmässig treffen sich dort verschiedene Fachpersonen, um sich auszutauschen und weiterzuentwickeln. Qualitätssicherung ist kein statischer, sondern ein dynamischer Prozess.

«Ärzteschaft und Pflege – ein Zusammenspiel auf Augenhöhe.»

Zusammenspiel Ärzteschaft und Pflegefachpersonal
Das starke Miteinander ist eine der Besonderheiten der Urologie in der Lindenhofgruppe. Die hohe Kompetenz und die Spezialisierung der Pflegefachpersonen tragen dazu wesentlich bei. Patientinnen und Patienten bringt dies viele Vorteile – nicht nur in der postoperativen Betreuung.
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Dr. med. Dominik Böhlen

Wie unterstützen sich die Urologinnen, Urologen und das spezialisierte Pflegefachpersonal gegenseitig?

Dominik Böhlen: Für uns Urologinnen und Urologen ist es eine gewaltige Unterstützung, mit Pflegefachpersonen, die in Urologie spezialisiert sind, zusammenzuarbeiten. Sie wissen, wie Patienten nach sehr komplexen Eingriffen zu pflegen und welche Aspekte bei den unterschiedlichen Operationen zu beachten sind. Auch später können sie die Patientinnen und Patienten fachspezifisch beraten und darüber Auskunft geben, wie die Behandlung weitergeht. Eine Kompetenz, von der nicht nur die Ärzteschaft, sondern auch die Patientinnen und Patienten profitieren. Dies wird uns durch die zahlreichen positiven Patientenrückmeldungen bestätigt.
Beat Weibel: Pflegefachpersonen mit Spezialwissen agieren selbstbewusster und können sich vermehrt einbringen. Die Patientinnen und Patienten brauchen uns Pflegende häufig als Verbindungsglied zur Ärzteschaft. Denn manchmal sind Arztgespräche nur für kurze Momente möglich.

Wie sieht es in der Pflege und im medizinischen Bereich mit Nachwuchs aus?

Beat Weibel: Vor zwei Jahren war der Stellenmarkt ziemlich ausgetrocknet. Für uns hat sich die Situation verbessert. Wir bleiben aber auch aktiv am Ball und bilden unseren eigenen Nachwuchs nach Lehrorts-Modell aus. Wir legen Wert auf eine hohe Ausbildungskultur. Die Berufsausbildnerin arbeitet gemeinsam mit den Studierenden und Lernenden und bildet mit ihnen zusammen eine Arbeitsgruppe, die Patientinnen und Patienten betreut.
Dominik Böhlen: Es ist schwierig, Nachfolger für eine Belegarztpraxis zu finden. Junge Ärztinnen und Ärzte haben heutzutage ganz andere Lebensentwürfe als frühere Ärztegenerationen. Immer weniger wollen eine eigene Praxis führen. Um unseren eigenen Nachwuchs auszubilden, planen wir gemeinsam mit der Lindenhofgruppe eine Weiterbildungsstätte für Urologie zu beantragen. Zudem ist das eine der Anforderungen, um weiterhin hochspezialisierte Medizin (HSM) anbieten zu können.

«Stehenbleiben ist für uns keine Option.»

Prostatazentrum Bern
Mit dem Prostatazentrum Bern betreibt die Lindenhofgruppe eines der grössten Zentren der Schweiz. Die Zertifizierung nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft im Oktober 2019 war ein wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung des Zentrums. Uro-Care-Nurse und Beckenbodentherapie sind nur zwei der vielen Besonderheiten, welche die Behandlung im Prostatazentrum Bern einzigartig machen.

Sehen Sie die Hochspezialisierte Medizin als Herausforderung der Zukunft?

Dominik Böhlen: Die HSM ist keine medizinische, sondern eine Herausforderung auf politischer Ebene. In der Medizin müssen wir am Puls der Zeit zu bleiben. Wir bilden und entwickeln uns stetig weiter, um eine zukunftsfähige und patientenorientierte Versorgung anbieten zu können. Das gilt auch für die Pflege, die sich den Entwicklungen in der Medizin anpassen muss.

Welchen Stellenwert nimmt das Operationssystem Da Vinci ein?

Dominik Böhlen: Die Qualität eines Eingriffs hängt von der Operateurin und vom Operateur ab. Bei der laparoskopischen Prostatektomie unterstützt das roboterassistierte Operationssystem Da Vinci die Operateure. Es ist vorwiegend die junge Generation, die mit dem Da Vinci- System operiert. In der Urologie der Lindenhofgruppe haben wir aber gut ausgebildete Chirurginnen und Chirurgen mit langjähriger Erfahrung. Sie können diesen sehr komplizierten Eingriff auch konventionell hervorragend ausführen.

Welchen Stellenwert nimmt das Prostatazentrum Bern ein?

Dominik Böhlen: Schon 2012 hatte ich die Vision, ein Prostatazentrum zu gründen. Vorerst blieb es bei der Idee. Die Geschäftsleitung kam dann auf uns zu und unterbreitete uns ein Konzept für den Aufbau eines Prostatazentrums inklusive Zertifizierung. Wir waren einverstanden, den Aufbau mitzugestalten. Mit der urologischen Schwerpunktabteilung, dem Prostatazentrum Bern und dem Zuwachs von neuen Urologen konnten wir die Urologie der Lindenhofgruppe nachhaltig weiterentwickeln.

Welche Rolle spielt die Uro-Care-Nurse im Prostatazentrum Bern?

Beat Weibel: Sie lädt die Patienten und deren Nahestehende prästationär zu einem Gespräch ein. So kann sie schon im Vorfeld auf Fragen eingehen und Unsicherheiten beseitigen. Die Patienten schätzen es sehr, wenn sie vor dem schweren Eingriff ein vertrautes Gesicht sehen. Die Uro-Care-Nurse übernimmt diese Drehscheibenfunktion und vermittelt zwischen dem Behandlungsteam und den Patientinnen und Patienten.
Sie ist für das Coaching des Pflegefachpersonals auf der urologischen Abteilung verantwortlich und auch das Follow-up-Gespräch (Folgegespräch) mit den Patientinnen und Patienten liegen in ihren Händen.
Dominik Böhlen: Die Uro-Care-Nurse ist ein gutes Binde- glied zwischen uns Ärztinnen, Ärzten sowie den Patientinnen und Patienten. Sie bringt neue Aspekte zum Vorschein, die von Ärzteseite weniger wahrgenommen werden. Ich erlebe die Rolle der Uro-Care-Nurse als eine grosse Bereicherung.

Ist die Uro-Care-Nurse ausschliesslich im Prostatazentrum Bern tätig?

Dominik Böhlen: In der Lindenhofgruppe steht sie bei Prostatakarzinom-Operationen und bei Zystektomien (chirurgische Entfernung der Harnblase) im Einsatz.
Beat Weibel: Bei diesen komplexen Eingriffen benötigen die Patientinnen und Patienten eine sehr gute Vorbereitung. Die Uro-Care-Nurse wird auch in den Symptombehandlungen herangezogen. Hier kann sie den Patientinnen und Patienten Tipps und Antworten in der prä- und postoperativen Phase geben.

Welchen Vorteil bietet das Belegarztsystem?

Dominik Böhlen: Die Patientinnen und Patienten können sich jederzeit an ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzten wenden. Damit haben sie von der Diagnose bis hin zur Nachsorge einen konstanten Ansprechpartner. Das Belegarztsystem ist eine Win-win-Situation und stärkt das gegenseitige Vertrauen. Unsere ineinander- greifende Behandlungskette und den starken Bezug zu den behandelnden Urologinnen und Urologen haben auch die Zertifizierungs-Auditoren als einzigartige Dienstleistung hervorgehoben. Dass die Patientinnen und Patienten vom kompetenten Informationsfluss vonseiten der Pflege profitieren, ist ein weiterer Vorteil. Denn es gibt Fragen, die von der Pflege besser beant- wortet werden können als von uns Ärztinnen und Ärzten.

«Vorsorge ist noch immer kein Männerthema.»

Mut und Vorsorge
Im November 2020 lancierte die Lindenhofgruppe erstmals eine Movember-Kampagne. Sie soll Männer ermutigen, zur Vorsorge zu gehen.

Warum unterscheiden Sie bei der Beckenboden- Therapie zwischen Männern und Frauen?

Dominik Böhlen: Beckenbodentherapie ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Im Gegensatz zu vielen anderen Physiotherapien wird im Beckenbodenzentrum der Lindenhofgruppe vorzugsweise gleichgeschlechtlich therapiert. Denn der weibliche und der männliche Beckenboden unterscheiden sich physiologisch voneinander.

Warum steckt die Vorsorge beim Mann noch in den Kinderschuhen?

Dominik Böhlen: Es gibt geschlechterspezifische Unterschiede. Ihre Erziehung erlaubt Männern nicht, krank zu werden. Hinzu kommt, dass sich viele Frauen seit ihrer Pubertät gynäkologisch untersuchen lassen. Auch Verhütung liegt vorwiegend noch immer in der Verantwortung der Frau. Diese Erfahrung fehlt den Männern. Ihnen wird erst ab 40 bis 45 Jahren eine urologische Untersuchung empfohlen. Es macht ihnen häufig Mühe, zum Urologen zu gehen und sich untersuchen zu lassen.

Haben Männer Hemmungen, von Ärztinnen behandelt und von Frauen gepflegt zu werden?

Dominik Böhlen: In unserem Ärzte-Team sind mit Frau Dr. Meissner und Frau Dr. Arndt auch zwei Urologinnen vertreten. Es gibt Männer, die würden gewisse Themen nie mit einer Frau besprechen. Andere wiederum haben damit kein Problem. Vielleicht gibt es auch Männer, die lieber zu einer Urologin gehen. Wir zeigen uns hier sehr aufgeschlossen und können individuell auf Bedürfnisse und Wünsche unserer Patienten eingehen.
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